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  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Abends sitzen wir noch lange mit Clara im Restaurant und erzählen und gegenseitig das auf Island Erlebte. Sie hat natürlich durch ihr Transportmittel "Fahrrad" ein ganz anderes Island erlebt! Echt interessant!

    Dann, heute Morgen, passiert uns fast das Unmögliche: Wir, die Frühaufsteher, schlafen bis nach 09:00Uhr!!! Unvorstellbar!!!
    Um das teuer vorgebuchte und bezahlte Frühstücksbuffet (immerhin 19€) nicht zu verpassen, springen wir in unsere Kleidung und auf geht's zum Frühstücksbuffet! ;-)

    Danach gibt es dann erst Körperpflege und noch ein wenig Ausruhen von den letzten Tagen! Die Anstrengungen stecken und wohl mehr in den Knochen, als wir uns das bisher eingestanden haben.
    Ich schlender noch ein wenig über Deck und obwohl der Himmel bedeckt ist, muss ich im Fließpulli nicht frieren. Unser Temperaturempfinden hat sich in den letzten 20 Tagen wohl auch verändert.
    In Torshaven gehen wir von Bord und erkunden nochmals ein wenig die Stadt...also ehrlich gesagt, die Cafés der 20.000-Einwohner-Stadt.
    Im Hafencafé gesellt sich Clara zu uns an den Tisch und wir quatschen noch lange, bevor wir gemeinsam weiter gehen..
    Ein kleiner Bummel durch die Altstadt mit ihren roten Holzhäusern mit Grasdach und danach schauen wir noch bei einem Runden-Radrennen, den Färöer-Meisterschaften zu. Der Streckenposten erklärt uns wen wir da alles sehen. Unter anderem den 6-plazierten Radrennfahrer aus Dänemark und einem Mountainbike-Meister fährt auch mit! Die Streckenführung hier ist spektakulär: es geht eine steile Gasse hinab und dann sofort in einer Spitzkehre auf die Hauptstraße wieder bergauf. Einige Überholmanöver können wir beobachten, immer stolz kommentiert von dem deutsch sprechenden Streckenposten. Dann wird es wirklich Zeit, nicht nur weil es spät wird, sondern auch, weil es durch den Sonnenuntergang langsam kalt wird!

    Um 21:00 Uhr legt die Fähre dann Richtung Dänemark ab! Da ich dann aber kein Netz mehr habe, sende ich diese Zeilen in die Welt!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Wir werden geweckt vom angekündigten Sturm, der an unserm Fenster wackelt und um die Hausecken pfeift!! Bis zu 100km/h Wind, so lautet die Vorhersage. So hört es sich auch an!!
    Nach dem Frühstück beginnen wir unbeeindruckt mit dem verstauen unseres Gepäcks! Und tatsächlich, als wir zu den Motorrädern gehen, wird der Wind schwächer und der Regen geht in Nieselregen über. Wir freuen uns ja über Kleinigkeiten!
    Wir fahren trotzdem mit starkem Seitenwind durch die Hochebene und zeitweise, auf den Kuppen, liegt Schnee, links und rechts der Straße! Es ist 0 Grad, leichter Schneefall und Starkwind, optimale Wetterbedingungen für ne Motorradtour sehen anders aus!!!
    Wir halten durch. Das als Zwischenhalt geplante Café in einem Museumsdorf hat schon geschlossen, also beschließen wir bis Egilsstadir, 25km vor dem Fährhafen, durchzufahren!
    Hier gibt's ein warmes Plätzchen in einem Bäckerei-Cafe für uns, Wir stärken uns mit Kaffee und etwas Süßem.
    Der Fernblick vom Café ist prima, allerdings stellen wir dadurch fest, dass der Berg, über den wir gleich zur Fähre müssen, auch eingeschneit ist!!
    Egal, die letzten 25 Kilometer werden wir auch meistern!
    Oben liegt dann tatsächlich 5-10cm Schnee, sogar Schneewehen über die Straße! Nun wissen wir wenigstens, warum wir M+S-Reifen vor dem Urlaub montiert haben.
    In Seydisfjördur setzen wir uns in eine kleine Rock-Bar, namens "Kaffi-Lilli", essen eine Kleinigkeit und warten dansch bis wir Einchecken dürfen. Als einer der ersten dürfen wir an Bord!
    Die Fahrt auf die Fähre ist nun Routine und wir gehen, nachdem wir die Motorräder verzurrt haben, auf unsere Kabine!
    Ach ja, Clara aus München, die eigentlich geplant hatte länger auf Island zu bleiben, begrüßt uns auf dem Fahrzeugdeck! Das Wetter war wohl doch zu schlecht zum Radeln, wofür wir vollstes Verständnis haben. (Carla haben wir auf der Hinfahrt auch hier auf dem Fahrzeugdeck kennen gelernt!)
    In der Kabine richten wir uns häuslich ein und zum Ablegen gehen wir an Deck, wo ich diese Zeilen noch versende.

    Nun ist Ausruhen angesagt......ein Fazit zur Reise gibt es sicher später. Island ist die Reise mit Ihren Anstrengungen wert gewesen. Im Moment bin ich aber zu "erschlagen von so viel Natur und toller Landschaft, als das ich noch mehr schreiben kann oder will!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Wir schlafen erstmals bis nach 07:00Uhr, das liegt wohl an den Anstrengungen der letzten Tage, insbesondere Gestern! Für unsere Verhältnisse spät, um 10:00 Uhr geht es dann los!
    Auf den ersten kalten Kilometern fahren wir auf einen Berg zu, der ganz offensichtlich in der Nacht den ersten Schnee abbekommen hat. Nun wird es wohl wirklich Zeit, mit dem Motorrad aus Island zu verschwinden!!
    Ich staune nicht schlecht, als am Straßenrand der Ringstraße ein großes Schild darauf hinweist, dass wir in eine Sackgasse fahren. In 530km ist diese Straße zu Ende, aufgrund der Hochwasserschäden bzw. der weggerissenen Brücke! Bis zum Wochenende soll es aber eine neue Brücke geben!
    In Deutschland hätte alleine die Fertigung des Schildes länger gedauert, denke ich so bei mir! .
    Wir fahren heute entlang der Nordküste und machen in Husavik erstmals in einem Bäckerei-Café unsere Pause zum Aufwärmen. Die Auswahl an Süßem ist groß und ich entscheide mich für Johannisbeer-Kuchen mit rosa Zuckerguss und einen Berliner Ballen mit Schokoüberzug(und Schokofüllung, wie ich später festgestelle!!) !

    Bei der Weiterfahrt besichtigen wir kurz die Asbyrgi Cliffs. Ein durch Gletscher geformte hufeisenförmige Schlucht mit steilen Wänden!
    Wir folgen der Straße 85 und fahren ein Stück auf dem Arctic Circle, ohne es zu wissen! Immer wieder erhalten wir einen tollen Blick übers Meer. An einem schwarzen Strand machen wir eine Pause und machen Fotos.
    Es bleibt aber kalt! Auf einer Passhöhe vor Porshöfn werden uns 3 Grad angezeigt! In Porshöfn suchen wir vergeblich ein Café zum Aufwärmen! Eine Wellblechhalle mit kleiner Tür entpuppt sich als Supermarkt und wir wollen eigentlich nur was für den Abend kaufen und uns Aufwärmen. Da trifft es sich gut, dass es im Eingangsbereich eine Kaffee-Pumpkanne gibt, und daneben sehen Becher. Kaffee für umsonst, ausser die kleine Aufforderung an der kleinen Spendendose nebenan, die wir natürlich gerne füllen! Die Dame an der Kasse fragt nach, wo wir herkommen und wohin es geht, alle sehr freundlich!
    Stark frequentiert hier die wohl örtliche Polizei diesen Laden. Insgesamt vier Polizisten zählen wir, während unserer Kaffeepause!
    Beim rausgehen kann man den Laden bewerten. Da steht ein Automat mit vier Smileys, von lachend bis traurig ist da alles dabei. Klar bekommt der Laden die besten Bewertung!
    Das Wetter, wird ab Nachmittags besser, jedoch bleibt es kalt. Die Sonne lässt sich sogar blicken und begleitet uns bis zur Unterkunft. Diese haben wir erst Mittags in der Pause gebucht und wieder haben wir viel Glück gehabt. Ein gemütliches Zimmer, zwei Badezimmer und ein uriges Wohnzimmer erwartet uns. Wir kochen endlich unsere Tütensuppe, die ich aus Deutschland mitgenommen hatte! ;-) Hier wird einfach die Küche des Wohnhauses bzw. der Besitzer benutzt. Kurz wird uns gezeigt, was wo im Schrank ist, dann geht die Dame des Hauses wieder ins Wohnzimmer!
    Sogar eine Kerze auf dem großen Esstisch brennt. So wird es ein gemütliches Abendessen, sogar mit Skyr-Dessert!

    Um 21:00 Uhr liegen wir auf dem Bett, wo ich diese Zeilen noch schreibe.

  • Derzeit 18.Tag, durchs Hochland!!! Datum03.10.2017 00:00
    Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Heute sind wir um 07:00 Uhr die ersten beim Frühstück, denn wir haben heute einiges vor!
    Es geht durchs Hochland über die Straße 35! Wir wollen das unbedingt mal sehen und gucken ob das wirklich so schlimm ist, wie alle sagen. Durch die Sperrung der südlichen Ringstraße ist die Strecke aber auch "alternativlos"!
    Aber von vorne: Die ersten 1500m sind wir gefahren, da mündet die Seitenstraße auf die Ringstraße 1! Wie immer gucke ich schon von weitem, rechts und links, alles frei! Also mit Schwung um die Kurve. Den Rollsplitt habe ich, bei dem Tempo, nicht gesehen..... das Vorderrad geht zwar weg und ich wundere mich (Plattfuß? Gabel kaputt?) aber das Motorrad fängt sich und wir fahren durch.
    Nach 80km , wir haben vollgetankt, und endlich geht es auf unbefestigte Straßen in die Berge, ins Hochland.
    Erst scheint die Sonne und wir kommen gut voran. Doch schon nach ein paar Kilometern zeigt die Piste, was sie kann. Nebel, Regen und Schlaglöcher! Der nächtliche Regen steht in den Pfützen und davon gibt es noch zu wenig!
    Da wir auch ankommen wollen und wir insgesamt 170 Kilometer Piste vor uns haben, gehen wir auch nicht zimperlich mit den Motorrädern um. Die stecken mehr weg, als wir denken, haben wir die letzten zwei Wochen gelernt!
    Es knallt und rumpelt unter uns, oft fahren wir im Stehen. Bei der Länge der Strecke gilt es aber die Kräfte einzuteilen!!
    Nach 30km würden wir beide gerne umdrehen, wie wir uns später eingestehen, aber sagen nix und fahren weiter! ;-)
    Manchmal loses Geröll, manchmal Pfützen so breit wie die Straße und ebenso lang, kurze Bodenwellen wie auf dem Waschbrett, alles ist dabei!
    Nach ca. 75 Kilometern gibt es im Geothermie Gebiet "Hveravellir" ein Pause für die Knochen! Im Infozentrum / Restaurant und Rezeption gibt's leckere, frisch gebackene Waffeln. Alles übrigens in Personalunion von einem jungen Mann betrieben, der, wie er uns erzählt, auch schon 3 Jahre in Deutschland LKW gefahren ist! Bis Dezember ist er hier oben, ununterbrochen und dann wird er abgelöst, damit er weiter studieren kann. Rohrnetztechnik in der, Gas- und Wasserversorgung, soweit ich das verstehe!
    Ich gehe noch zu den stinkenden kleinen Vulkanen und heißen Quellen. Kurz unterhalte ich mich mit zwei Badenden in einem Natur-Hotspot, für den habe ich heute leider keine Zeit.. wir müssen ja das Hochland queren! Ich mache für die Beiden noch Fotos mit deren Kamera und für ein Bild für mich ist auch noch Zeit! Dann quälen wir die Motorräder weiter von Schlagloch zu Schlagloch! Kurz gibt es eine bessere Piste und wir erhöhen die Geschwindigkeit von 60 auf 80 km/h!!! Übermütig probiere ich es mit 90 und dann kommt, wie aus dem Nichts, in einer Bodensenke eine straßenbreite Pfütze von wahrscheinlich 2m Länge!!!! Für bremsen ist es zu spät also am Gas gedreht und drüber geflogen, zumindest mit dem Vorderrad. Wie sich das Motorrad hinten angehört hat.... ich dachte ich fahre gerade ohne Koffer weiter! Ein kurzer Blick in den Spiegel überzeugt mich aber vom Gegenteil. Was die Kisten so aushalten. Kai, als Zweiter, hatte den Vorteil zu sehen, dass ich wieder mal das Wasser teilen möchte und kann zumindest vom Gas gehen und erwischt die Senke mit 70 Stundenkilometern!! Genug um seinen Frontfender (Schutzblech vorne) zerbrechen zu lassen, wie wir beim nächsten Halt feststellen.
    Da beide Maschine noch rollen, wir glauben selbst nicht daran, fahren wir weiter. Die letzten 20 Kilometer vom Kraftwerk bis zur Hauptstraße sind tatsächlichin etwas besserem Zustand und wir kommen gut voran!
    Was wir alles in diesen 4-5 Stunden (incl. Pause) auf den 170 Kilometern erlebt haben, wir können es weder beschreiben noch glauben. An der ersten Tankstelle an der Ringstraße tanken wir und die Motorräder werden (wahrscheinlich zum 8.mal in den letzten 14 Tagen) gewaschen. Soll heißen, ich befreie die Krümmer, die Kühlrippen und den Motor mit viel Wasser und einer Bürste vom Schlamm, der die Kühlwirkung minimiert. Auch sehe ich meinen Öleinfüllstutzen gar nicht mehr, so dick ist die Schlammkruste! Nachdem Kennzeichen, Lampen und Rücklicht wieder als solche zu erkennen sind geht es, nach einem kurzen Kaffee, weiter!

    In Akureyri, noch 99km Asphalt, haben wir zwischenzeitloch ein günstiges Hotel gefunden und gebucht! Kurz vor 18 Uhr sind wir da und merken nun erst richtig unsere Knochen. Keiner will mehr sein Bett verlassen, wo wir uns zum Ausruhen lang gemacht haben!
    Den ganzen Tag war es kaum über 5 Grad warm, in den Bergen hatten wir fast permanent Nebel, bzw. sind in Wolken gefahren, dazu noch 170 Kilometer diese Straßenverhältnisse: Ein Tag wie wir ihn nicht nocheinmal erleben möchten!
    Wir beschließen, dass wir für dieses Jahr unser Pensum an Schotter, Matsch und Schlamm hinter uns haben und werden in den letzten zwei Tagen in Island versuchen möglichst asphaltierte Straßen auszuwählen! ...mit dem geplanten Besuch eines Cafés in den Bergen, verwerfen wir diesen Vorsatz, nur für diese Ausnahme, aber schnell wieder.
    Ansonsten ist am Mittwoch um 20:00 Uhr das Abenteuer Island zu Ende. Ein wenig freuen wir uns auf daheim, ein wenig Wehmut macht sich aber auch breit.
    Aber noch sind es ja zwei Tage!!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Heute mache ich Mal was ganz besonderes: nix! Zumindest nicht mit dem Motorrad!
    Ich habe beschlossen, die Gunst der Stunde zu nutzen: wir bleiben das erste mal zwei Tage in einem Hotel, da bleibe ich mal hier. Kai fährt alleine in die Berge!
    Ich genieße das Hotel , Laufe kurz in das 2km entfernte kleine Örtchen Hella. Ich versuche vergeblich eine offene Autowerkstatt aufzutreiben, da mir eine Schraube am Gepäcksystem abhanden gekommen bist. Das ist schon mit Kabelbindern repariert, aber ne Schraube fänd ich schon gut. Keine Werkstatt hat offen, komisch... bis mir einfällt: Heute ist Sonntag!!!!
    Ich habe eben Urlaub!
    Auch ein BMW-Motorradfahrer, den ich anspreche, (es gibt hier tatsächlich ein paar davon) kann mir nicht helfen.
    Also Morgen früh, bevor wir uns Hochland fahren, eben bei den heute schon abgeklapperten Werkstätten, mal nach einer Schraube 5x30mm nachfragen.
    Wir wollten ja im Süden an der Küste entlang unsere Reise fortsetzen, aber die Naturgewalten haben uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aufgrund von starken Regenfällen wurde eine Brücke der Ringstraße weggespült! Die neue Brücke ist erst zum nächsten Wochenende fertig, da wollen wir aber schon Zuhause sein. Da es südlich des Gletschers Myrdalsjökull keine andere Strasse gibt müssen wir nördlich daran vorbei um am Mittwoch unsere Fähre zu erreichen.
    Die Hochlandstraße 35 ist zwar eine unbefestigte Straße, aber das sind nur 150km, das schaffen wir schon! Ganz zurück über die Ringstraße wäre gut 100 km länger!
    Ansonsten ist Kai ohne Probleme wieder zurück aus den Bergen und somit steht unserem morgigen Ausflug ins Hochland nichts mehr im Wege!
    Abends warten wir vergeblich auf Nordlichter und trösten uns mit dem Starkbier der Isländer! .....mehr kann ich jetzt nicht mehr schreiben! ;-)

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Nach dem Frühstück bekommen wir, auf Nachfrage, noch Informationen zur Straßenlage im Süden von Island. Hier ist, nach unwetterartigen Niederschlägen, eine Brücke der Ringstraße überflutet. Da dies die einzige Strasse südlich des Hochlandes ist, wir aber zur Fähre nach Osten müssen, müssten wir da durch! Alternativ können wir über den nördlichen Teil der Ringstraße fahren. Leider sind es dann anstatt der geplanten 300 Kilometern ca. 750 Kilometer ! Wir haben hier noch zwei Nächte im Südwesten gebucht und werden danach entscheiden. Leider gibt es auch heute Morgen keine verbindliche Aussage zur Möglichkeit dort am Dienstag durchzufahren.
    Eine kleine Runde ist geplant. Wenn da nicht die Neugierde wäre, hätten wir uns da heute auch Mal dran gehalten. Doch von vorne.
    Keine 20km auf der Ringstraße sind wir gefahren, da tanken wir. Wie so oft ist auch hier ein Supermarkt nebenan. Besser ein "Tante Emma Laden" mit Souvenirs und Islandpullis und eben Lebensmitteln. Wir kaufen nur Skyr und Kekse, das soll heute unsere einzige Nahrung werden, die wir zu uns nehmen werden.
    Weiter geht's, wir steuern auf den in 2011 ausgebrochenen Vulkan mit seinem unaussprechlichen Namen "Eyjafjallajökull" zu. Dort gibt es gleich eine ganze Reihe von Wasserfällen direkt nebeneinander. Keine 400m lang ist die hohe Felswand. Zwei größere und viele kleine Fälle teilen sich diesen Platz. Nachdem der Parkplatz vor dem ersten, berühmtesten Fall, der Sjeljalandsfoss, Parkgebühren erhoben werden, fahren wir auf den hinteren Parkplatz, der ist kostenlos. Wir schlendern von Wasserfall zu Wasserfall, der Gljúfrabúi stürzt sich hinter einer Felsspalte in die Tiefe, die Besonderheit beim eben schon erwähnten Sjeljalandsfoss ist, dass man hinter dem Wasserfall herlaufen kann, so groß ist der Felsüberhang!
    Also rechts vom Fall die Treppen rauf, dann seitlich dran vorbei...das erste Mal fühle ich mich geduscht, dann geht's hinter die Wasserwand! Schön imposant, der Anblick, die Sonne scheint durch den Wasserfall. An der anderen Seite will ich wieder heraus...doch als ich sehe, was für ein Sturm mit Wassernebel dort die Leute vor mir nass macht, beschließe ich das Handy in der Jacke zu versenken und nehme die wasserdichte GoPro, meine Fahrkamera , zur Hand und Filme mal den ganzen Wassersturm. Außen angekommen Stelle ich fest, dass der Kopf komplett nass ist. Da heute aber den ganzen Tag nicht eine Wolke am Himmel ist und es dazu noch windstill ist, ist es richtig warm. Bis zu 17 Grad in der Sonne hatten wir heute! So machen auch die nassen Haare nichts.
    Wir machen noch, auf der wenig befahrenen Strasse einige Fotos von uns.

    Wir fahren weiter, um den Vulkan Eyjafjallajökull noch aus der Nähe zu sehen. Wir folgen der Ringstraße und nach ca. 15km taucht er vor uns auf. Eine Gletscherzunge nebenan macht einen prima Kontrastzum Vulkan! Ich koche uns direkt auf dem Parkplatz einen Kaffee während Kai die Gegend erkundet. Nach der Kaffeepause, bei der wir die Kekse vernichtet haben, fahren wir noch ein Stück weiter Richtung Osten. Hier geht's links ab zu einem Gletscher. Nicht so spektakulär wie gestern, dafür wesentlich weniger anstrengend für uns, fahren wir bis kurz vor die Gletscherzunge eine gut aspaltierte Strasse. Einzig der Parkplatz ist mit kugelrunden Steinen befestigt und wir rutschen ein wenig! Dann direkt bis ans Eis des Gletscher! Schön imposant die Eismassen, die sich hier aus dem Berg nach unten schieben. Das Schmelzwasser rauscht an uns vorbei ins Tal und dann ins Meer, das hier keine 5km entfernt ist.
    Lange genießen wir den Blick hinauf bevor wir zurück zu unseren Motorrädern gehen. Nun geht's zügig über die sehr schwungvoll gestaltet Strasse zurück zur Ringstraße.
    Noch ein kurzer Halt an alten Steinhäusern von Drangshild , dann fahren wir zu unserer Unterkunft für heute Abend. Seit langem Mal wieder kein Guesthouse sondern ein Hotel. Waren die bisherigen Unterkünfte fast alle von außen unansehnlich oder schlicht, gibt es hier eine schöne Fassade. Als wir das Haus betreten wird uns ganz anders. Ganz schön nobel, dieser Laden, denke ich so bei mir. Mehrere Sitzgarnituren aus schwarzem Leder und auch ein Kaminzimmer mit einem extra Schachbretttisch mit aufgestellten Figuren werden uns gezeigt. Natürlich darf auch ein Hotspot nicht fehlen. Direkt über dem Fluß, an dem das River-Hotel liegt, setze ich mich, direkt nach dem Beziehen des Zimmers hier hinein.
    Dinner gibt es hier nicht, also beschließen wir, mit dem noch zur Verfügung stehenden Skyr in zwei Geschmacksrichtungen, auszukommen.
    Abends noch ein kräftiges Bier und dann gehen wir geschafft aufs Zimmer.
    Das ganz normale Abendprogramm läuft hier wieder, wie selbstverständlich ab: ich schreibe und Kai sichtet Bilder!
    Nun geht's ins Bett.

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Das Frühstück ist prima und wir planen den Tag! Wir wollen den "Golden Circle" fahren. Das ist eine touristisch voll erschlossene Strasse in die Berge. Den erste Stopp machen wir in Pingvellir. Hier gibt es ebenfalls eine Felsspalte die die eurasische von der amerikanischen Erdplatte trennt. Es gibt ein Informationszentrum und Busparkplätze!!! ...und zwar in einer Anzahl, das es uns die Sprache verschlägt! Ebenso das Gedränge von Touristen. O.k. wir sind auch Touristen, aber weder würden wir bei 8 Grad und stärken Wind in Leggings und Glitzerjacke hier oben rumlaufen (o.k. sähe auch komisch aus) noch gehen wir in dünnen Stoffschuhen hier rum!
    Rudelweise geht's zu den Aussichtspunkten. Wir gucken natürlich auch kurz, stellen dann aber fest, dass nur ein paar hundert Meter die Straße hinunter eine einsame Stelle ist, an der der Graben auch noch gut zu sehen ist.
    Wir schaffen es sogar, die Motorräder auf die Seitenstraße zu stellen und zu fotografieren: einer in Europa einer in Eurasien!
    Überhaupt müssen wir uns seit gestern Nachmittag, seit Reykjavik, erst wieder an den vielen Verkehr gewöhnen. Wir waren es in der letzten Woche gewohnt, dass uns alle zwei Stunden ein Auto entgegen kommt. Vorfahrt Achten, hieß für uns, ein wenig vom Gas beim abbiegen, es kommt ja sowieso keiner! Gestern hatten wir sogar Feierabendstau, auf dem Weg zum Hotel! Heute ist auch ein Auto hinter dem anderen unterwegs...
    Aber zurück zu heute:
    Weiter folgen wir der Route der Touristen, weichen aber öfter auf Seitenstraßen aus. Am Geysir Strokkur, der größte und berühmteste Geysir in Island, sind auch viele Menschen, aber aufgrund der Größe des geothermischen Feldes verlaufen sich die Menschenmassen hier ein wenig!
    Wir beobachten, wie der Geysir alle 4-5 Minuten eine Dampfblase ausstößt und viel Wasser fontänenmäßig in den Himmel katapultiert! Eine Weile gucken wir uns das an. 5 oder 6 Mal gibt es eine Fontäne, dann gehen wir noch in den Souvenirshop an den Busparkplätzen. Unvorstellbar viele Menschen hier... trotzdem gönnen wir uns leckeren Schokoladenkuchen und Kaffee zu überteuerten Preisen!
    Kai findet noch ein T-Shirt nebenan. Wir beschließen, dass uns "unser Island" der ersten Tage viel besser gefallen hat.
    Ein weiterer Halt, den wir mit den Touristenmassen teilen, ist der Gullfoss, der berühmten Wasserfall! Gigantische Wassermassen stürzen hier herab!! So leider auch hier, soooo viele Menschen!!

    Dann beschließen wir kurzerhand den Menschenmassen zu entfliehen. Der schon lange vor uns, in der Sonne funkelnde, Gletscher Langjökul soll unser Ziel sein. Eine nur für Allradfahrzeug freigegebene Strasse führt dort hin und es sind nur 24km. Also ein Klacks, leicht zu machen, haben wir gedacht.....
    Die ersten 8km sind sogar noch geteert, dann geht's links ab, von der Hauptstraße! Nach 50m steht das obligatorische Schild, only-4-wheel-drive. .....und damit ist sicher kein Audi-Quattro gemeint, der wäre gar nicht erst bis hierher gekommen. Große runde Steine sind der Untergrund für die Piste, die wohl in ein altes Flussbett geschoben wurde. Straßenbau funktioniert hier nämlich so: die großen Steine werden zur Seite geschoben und ein wenig Steinmehl zwischen die dann hervorschauenden Steine gekippt. Die Fahrzeuge dürfen diese Piste dann befestigen! Kaum 2 Kilometer später kommt unsere erst wirkliche Flussdurchfahrt. Wir parken davor und gehen durchs Wasser, dass gar nicht tiefer, als unsere hohen Crosstiefel ist, hindurch und sichten die großen Steine im Wasser. Hierdrauf kann man als einspuriges Fahrzeug prima wegrutschen und dann weiter schwimmen... Wir trauen uns hindurch und es klappt bei Beiden erstaunlich gut! Hin zumindestens...
    Dann wird die Straße steiler mit losen runden Kieselsteinen. Nur nicht vom Gas oder gar bremsen, habe ich mal gelernt! So kommen wir die grobe Piste bis zu einer Schutzhütte und einer weiteren Wasserdurchfahrt! Hier liegt allerdings schwarzer Vulkansand. Da ich damit in Frankreich schon schlechte Erfahrungen mit Wasser und Sand gemacht habe und ohne schiebende Hilfe eines Freundes nicht weiter gekommen wäre, bin ich skeptisch. Kai überredet mich dann aber doch, wir durchlaufen das Wasser und suchen in der Steinwüste gegenüber die Fortsetzung der Straße. Nachdem der Verlauf geklärt ist fahren wir hindurch. (Da gibt's ein Video, bei YouTube im Kanal "Degwer" ... wenn ich das bei dem schnellen Internet hier hochgeladen bekomme.)
    Die Piste wird immer ausgewaschener und grober und die Motorräder quälen sich ordentlich...mit dem Gepäck und Fahrern den Berg empor. Es wird, trotz Sonnenschein immer kälter. Das Schmelzwasser des Gletschers begleitet uns im naheliegenden Flussbett, bzw. es kommt uns entgegen.
    Als es dann, nach Navi, nur noch 600m bis zum Gletscher sind und die Straße dermaßen steil ansteigt, dass ich mehr Respekt (oder doch Angst?) vor der Abfahrt habe als hinauf zu kommen, beschließen wir, die paar Meter zu Fuß zu gehen! Die Motorräder bleiben zurück in der Wildnis und wir steigen nach oben. Der Gletscher vor uns ist imposant und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Grandiose Aussicht, sowohl zum Gletscher hoch, wie auch nach unten, wo wir unsere Motorräder nur noch erahnen können!
    Fotos und Videos werden gemacht, dann steigen wir wieder herab! Glücklich hier nicht mit dem Motorrad runter zu müssen! Dann der Rückweg...los geht's! Die Abfahrt ist manchmal brenzliger als der Aufstieg und so soll es auch diesmal sein. Einmal in einer Pause rollt ein Stein unter meinem Fuß weg und die ganzen 400kg bekommen Übergewicht. Ich erinnere mich an meine Worte in Schottland, als mein Freund Andreas versucht hat sein Motorrad am kippen zu hindern. Er hat den Versuch das Motorrad zu halten mit einem Muskelfaserriss bezahlt. Also kippt das Motorrad auf die Koffer. Kai sieht mich dort liegen und parkt ordentlich und hilft mir, das Motorrad aufzurichten. Nun merken wir erst wie kaputt und geschwächt wir sind. Es gibt den letzten Schokoriegel, den ich noch im Koffer habe, Beide trinken wir noch was und dann geht's es weiter. Insgesamt sind es übrigens 18km Schotterpiste die wir hin und zurück in weniger als 4 Stunden schaffen! Erst 2km vor dem Ende der Tortur kommt noch die letzte Prüfung für uns. Der Fluß muss noch einmal gequert werden. Ich fahre als erstes und als mein Vorderreifen nun doch einen großen Stein erwischt denke ich schon, das war's. Das einzige was hilft ist Gas geben!!!! Damit katapultier ich das Motorrad seitlich der Straße aus dem Wasser. Selbst über die großen runden Steine komme ich, wie durch ein Wunder, heile hinüber!!! Wie, ist mir jetzt noch ein Rätsel!!
    Kai kommt besser durchs Wasser als ich, aber auch seine Kräfte schwinden langsam.

    Zurück geht es, bei einsetzender Dämmerung, nur noch über glatte, wenn auch nicht immer aspaltiert, Strasse "zügig" zu unserem nächsten Hotel.
    Ein Guesthouse, das sogar einen Hotpool hinterm Haus hat. Kaum aus den Motorradsachen, gehe ich, die Badehose an, dort hinein. Das habe ich mir verdient, denke ich bei mir.
    Abendbrot im Frühstücksraum und dann liegen wir erschöpft auf den Betten und Kai verwaltet seine Videos und Bilder, Postet ein wenig und ich schreibe diese Zeilen!

    Nun bin ich müde, gute Nacht! Heute passiert hier sicher nichts mehr.

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Das Frühstück ist prima und wir planen den Tag! Wir wollen den "Golden Circle" fahren. Das ist eine touristisch voll erschlossene Strasse in die Berge. Den erste Stopp machen wir in Pingvellir. Hier gibt es ebenfalls eine Felsspalte die die eurasische von der amerikanischen Erdplatte trennt. Es gibt ein Informationszentrum und Busparkplätze!!! ...und zwar in einer Anzahl, das es uns die Sprache verschlägt! Ebenso das Gedränge von Touristen. O.k. wir sind auch Touristen, aber weder würden wir bei 8 Grad und stärken Wind in Leggings und Glitzerjacke hier oben rumlaufen (o.k. sähe auch komisch aus) noch gehen wir in dünnen Stoffschuhen hier rum!
    Rudelweise geht's zu den Aussichtspunkten. Wir gucken natürlich auch kurz, stellen dann aber fest, dass nur ein paar hundert Meter die Straße hinunter eine einsame Stelle ist, an der der Graben auch noch gut zu sehen ist.
    Wir schaffen es sogar, die Motorräder auf die Seitenstraße zu stellen und zu fotografieren: einer in Europa einer in Eurasien!
    Überhaupt müssen wir uns seit gestern Nachmittag, seit Reykjavik, erst wieder an den vielen Verkehr gewöhnen. Wir waren es in der letzten Woche gewohnt, dass uns alle zwei Stunden ein Auto entgegen kommt. Vorfahrt Achten, hieß für uns, ein wenig vom Gas beim abbiegen, es kommt ja sowieso keiner! Gestern hatten wir sogar Feierabendstau, auf dem Weg zum Hotel! Heute ist auch ein Auto hinter dem anderen unterwegs...
    Aber zurück zu heute:
    Weiter folgen wir der Route der Touristen, weichen aber öfter auf Seitenstraßen aus. Am Geysir Stokkur, der größte und berühmteste Geysir in Island, sind auch viele Menschen, aber aufgrund der Größe des geothermischen Feldes verlaufen sich die Menschenmassen hier ein wenig!
    Wir beobachten, wie der Geysir alle 4-5 Minuten eine Dampfblase ausstößt und Faber viel Wasser fontänenmäßig in den Himmel katapultiert! Eine Weile gucken wir uns das an. 5 oder 6 Mal gibt es eine Fontäne, dann gehen wir noch in den Souvenirshop an den Busparkplätzen. Unvorstellbar viele Menschen hier... trotzdem gönnen wir uns leckeren Schokoladenkuchen und Kaffee zu überteuerten Preisen!
    Kai findet noch ein T-Shirt nebenan. Wir beschließen, dass uns "unser Island" der ersten Tage viel besser gefallen hat.
    Ein weiterer Halt, den wir mit den Touristenmassen teilen, ist der Gullfoss, der berühmten Wasserfall! Gigantische Wassermassen stürzen hier herab!! So leider auch hier, soooo viele Menschen!!

    Dann beschließen wir kurzerhand den Menschenmassen zu entfliehen. Er schon lange vor in der Sonne funkelnde Gletscher Langjökul soll unser Ziel sein. Eine nur für Allradfahrzeug freigegebene Strasse führt dort hin und es sind nur 24km. Als ein Klacks, leicht zu machen, haben wir gedacht.....
    Die ersten 8km sind sogar noch geteert, dann geht's links ab, von der Hauptstraße! Nach 50m steht das obligatorische Schild, only 4-Wheel-drive. .....und damit ist dicher kein Audi-Quattro gemeint, der wäre gar nicht erst bis hierher gekommen. Große runde Steine sind der Untergrund für die Piste, die wohl in ein altes Flussbett geschoben wurde. Straßenbau funktioniert hier nämlich so: die großen Steine werden zur Seite geschoben und ein wenig Steinmehl zwischen die dann hervorschauen den Steine gekippt. Die Fahrzeuge dürfen diese Piste dann befestigen! Kaum 2 Kilometer später kommt unsere erst wirkliche Flussdurchfahrt. Wir parken davor und gehen durchs Wasser, dass gar nicht tiefer, als unsere hohen Crosstiefel ist, hindurch und sichten die großen Steine im Wasser. Hierdrauf kann man als einspuriges Fahrzeug prima Wegrutschen und dann weiter schwimmen... Wir trauen und hindurch und es klappt bei Beiden erstaunlich gut! Hin zumindestens...
    Dann wird die Straße steiler mit losen runden Kieselsteinen. Nur nicht vom Gas oder gar bremsen, habe ich mal gelernt! So kommen wir die grobe Piste bis zu einer Schutzhütte und einer weiteren Wasserdurchfahrt! Hier liegt allerdings schwarzer Vulkansalz. Da ich damit in Frankreich schon schlechte Erfahrungen mit Wasser und Sand gemacht habe und ohne schiebende Hilfe eines Freundes nicht weiter gekommen wäre, bin ich skeptisch. Kai überredet mich dann aber doch, wir durchlaufen das Wasser und suchen in der Steinwüste gegenüber die Fortsetzung der Straße. Nachdem der Verlauf geklärt ist fahren wir hindurch. (Da gibt's ein Video, bei YouTube im Kanal "Degwer" ... wenn ich das bei dem schnellen Internet hier hochgeladen bekomme.)
    Die Piste wird immer ausgewaschen, grober und die Motorräder quälen sich ordentlich...mit dem Gepäck und Fahrern den Berg empor. Es wird, trotz Sonnenschein immer kälter. Das Schmelzwasser des Gletschers begleitet uns im naheliegenden Flussbett, bzw. es kommt uns entgegen.
    Als es dann, nach Navi, nur noch 600m bis zum Gletscher sind und die Straße dermaßen steil ansteigt, dass ich mehr Respekt (oder doch Angst?) vor der Abfahrt habe, beschließen wir, die paar Meter zu Fuß zu gehen! Die Motorräder bleiben zurück in der Wildnis und wir steigen nach oben. Der Gletscher vor uns ist imposant und ich komme aus dem Staunen nicht heraus. Grandiose Aussicht, sowohl zum Gletscher hoch, wie auch nach unten, wo wir unsere Motorräder nur noch erahnen können!
    Fotos und Videos werden gemacht, dann steigen wir wieder herab! Glücklich hier nicht mit dem Motorrad runter zu müssen! Dann der Rückweg...los geht's! Die Abfahrt ist manchmal brenzliger als der Aufstieg und so soll es auch diesmal sein. Einmal in einer Pause rollt ein Stein unter meinem Fuß weg und die ganzen 400kg bekommen Übergewicht. Ich erinnere mich an meine Worte in Schottland, als mein Freund Andreas versucht hat sein Motorrad am kippen zu hindern. Er hat den Versuch das Motorrad zu halten mit einem Muskelfaserriss bezahlt. Also kippt das Motorrad auf die Koffer. Kai sieht mit dort liegen und parkt ordentlich und hilft mir, das Motorrad aufzurichten. Nun merken wir erst wie kaputt und geschwächt wir sind. Es gibt den letzten Schokoriegel, den ich noch im Koffer habe, Beide trinken wir noch was und dann geht's es weiter. Insgesamt sind es übrigens 18km Schotterpiste die wir hin und zurück in weniger als 4 Stunden schaffen! Erst 2km vor dem Ende der Tortur kommt noch die letzte Prüfung für uns. Der Fluß muss noch einmal gequert werden. Ich fahre als erstes und als mein Vorderreifen nun doch einen großen Stein erwischt denke ich schon, das war's. Das einzige was hilft ist Gas geben!!!! Damit katapultier ich das Motorrad seitlich der Straße aus dem Wasser. Selbst über die großen runden Steine komme ich, wie durch ein Wunder, heile hinüber!!! Wie ist mir jetzt noch ein Rätsel!!
    Kai kommt besser durchs Wasser als ich, aber auch seine Kräfte schwinden langsam.

    Zurück geht es, bei einsetzender Dämmerung, nur noch über glatte, wenn auch nicht immer aspaltiert, Strasse "zügig" zu unserem nächsten Hotel.
    Ein Guesthouse, das sogar einen Hotpool hinterm Haus hat. Kaum aus den Motorradsachen, gehe ich, die Badehose an, dort hinein. Das habe ich mir verdient, denke ich bei mir.
    Abendbrot im Frühstücksraum und dann liegen wir erschöpft auf den Betten und Kai verwaltet seine Videos und Bilder, Poster ein wenig und ich schreibe diese Zeilen!

    Nun bin ich müde, gute Nacht! Heute

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Schon morgens, im Bus (im Bett) liegend, bekommen wir Wetterwarnung für den Süden von Island! Gleichzeitig geht eine Meldung der Straßenbehörde Islands ein, deren SMS-Service ich nutze: Die Ringstraße, die Lebensader Islands, ist wegen Überflutung aufgrund der Regenfällen, gesperrt. Wir finden im Internet entsprechende Bilder, aber wir vertrauen da auf die Isländer, dass wir in 4 Tagen, wenn wir dort zur Fähre durch müssen, irgendein Provisorium installiert haben werden!
    Wir haben für heute, in unserer Region rund um Reykjavik, wieder gutes Wetter angesagt!

    Das ist auch gut so denn heute geht es nach Amerika. Zumindest was die Erdplatten angeht. Hier in Island treffen sich die amerikanische und europäische Erdplatte. Da fahren wir hin!
    Los geht's, vorbei an Islands Hauptstadt, Reykjavik, die wir uns beide kleiner vorgestellt hatten...bei 200.000 Einwohnern!

    Dann fahren wir durch ein tolles Lavafeld und eine Lavahöhle ist ausgeschildert. Klar, dass wir gucken fahren. Aber das Informationszentrum wird umgebaut und es gibt dort nur eine Preistafel: für die 50 minütige Führung sollen über 50€ je Person den Besitzer wechseln!!
    Das lassen wir dann lieber mal sein, zumal das sowieso nicht eingeplant war!
    Weiter entlang der Küste geht es durch Fläche Lavafeld. Der schwarze Stein und das grüne Islandmoos im Zusammenspiel mit der heute von einem wolkenlosen Himmel scheinenden Sonne ergeben tolle Bilder!
    An dem geothermisch sehr aktiven Gebiet rund um Krysuvik machen wir unsere erste Pause. Überall blubbert und qualmt es. Schwefelgeruch steigt uns entgegen. Gespenstisch wie die Schlammpfützen brodeln. Lange laufen wir mitten durch die heißen Stellen. Vor diesem Urlaub habe ich noch nie solche Geothermie Hotspots gesehen und obwohl ich nun schon einiges vergleichbares gesehen habe, kann ich gar nicht genug zuschauen, wie die Erde ihre Energie frei gibt! Den Geruch weiß ich zu unterdrücken. Ein wirkliches Highlight für mich (auch als Energieberater)!

    Weiter geht's an den westlichen Zipfel der Halbinsel. Mehrere geothermale Kraftwerk stehen noch an der Straße. Gerne würde ich hier länger gucken und Informationen aufsaugen. Bei meinem zweiten Besuch auf dieser fantastischen Insel vielleicht!

    Dann erreichen wir unser eigentliches Ziel für Heute: die "Bridge between to Continents" ! Hier gibt es eine Brücke über einen ca. 15m breiten Graben, der 5m tief ist.
    Die Erdplatten entfernen sich in 100Jahren um ca.1m voneinander, lernen wir hier. Wenn ich mir das Brückenauflager so ansehe, ist die Brücke in 100Jahren in den Graben gefallen. ;-) Nichts ist für die Ewigkeit! Ansonsten ist es schon ein tolles Gefühl, sich an einer Bruchstelle der Erdkruste aufzuhalten!
    Wir fahren weiter nach Reykjavik. Als erstes besichtigen wir die evangelische Kirche Hallgrímskirkja dort. Immerhin das zweithöchste Gebäude in Island! Nur ein Bürohochhaus in Kópavogur ist höher! Gegenüber der Kirche gibt es das Café Loki, wo man den besten Kuchen in Reykjavik serviert bekommt. Wir stimmen, nach einem Selbstversuch dem Reiseführer zu, echt lecker!
    Anschließend bummeln durch das immer noch sonnige Hafenviertel von Reykjavik bis zum Opern- und Konzerthaus, das 2011 mit seiner interessanten Glasfassade eingeweiht wurde. Ich gehe noch in die Einkaufsmeile und Kai bevorzugt den Hafen. Wenig später stehe ich mit Aufklebern, mit der Islandfahne wieder vor ihm. Dazu gab es bei mir noch ein Island-Shirt.
    Wir sitzen noch ein wenig am Hafen und wieder erscheint ein Asiate und fragt, ob er unsere Motorräder fotografieren darf. Wir kennen das schon und stimmen natürlich zu.
    Hier in Reykjavik sehen wir tatsächlich das erste Mal, andere Motorradfahrer, gleich einige! Wir werden gegrüßt und uns wird zugewunken! Nett sind sie ja, die Isländer!
    Auf dem Weg zum Hotel, haben wir noch einen Hondafahrer auf der linken Spur der sehr freundlich grüßt.
    Im Hotel werden wir, von der Dame an der Rezeption auf unser Zimmer geführt. Es geht in einen salonartigen Raum mit einem roten Sofa mit passenden Sesseln. Weiterhin eine viersitzige Essecke. An der Wand hängt ein Hirschkopf, gegenüber ein Sattel. Als die Dame stehen bleibt, verstehen wir erst, das hier ist unseir Zimmer. Nur 5m weiter beginnt, etwas abgesetzt, unser Schlafzimmer, mit Sekretär und einer weiteren Esszimmerecke! Die Glasfassade, hinten heraus, lässt einen freien Blick auf den, hinter dem Hotel liegenden, See zu.
    Wir sind platt. Eigentlich hatten wir bei Booking.com nur nach einem günstigen Zimmer gesucht und dabei dieses Hotel gefunden. Mit diesem Luxus von zwei Räumen die jeweils größer als mein Wohnzimmer sind, hatten wir nicht gerechnet.
    Wir genießen auch noch das Dinner im Restaurant des Hauses um uns dann auf die Lauer nach Nordlichtern, hinter die Glasfassade zu setzen. Von dem Ergebnis berichte ich Morgen!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Hab den gestrigen Tagesbericht noch einmal korrigiert, zumindest was die Rechtschreibung angeht. Da hat sich wohl zu oft die Autokorrektur eingeschaltet. Ich tippe diese Zeilen ja alle auf dem Handy. 😉 Das geht ganz zügig und kann ich auch Abends im Bett machen.

    Gestern Abend gehe ich noch in der Abenddämmung über den Schafhof um mir den Hof anzusehen. Nachmittags war ja Ausruhen vom Vortag angesagt! Da plötzlich läuft die Bäuerin zu ihrem Quad und fährt los. Sie ruft mir zu, das die Schafe auf die Straße rennen, da der Zaun kaputt gegangen ist. Sie fährt zur Straße und treibt mit dem Quad die Schafe von der Straße zurück auf diese Seite zur eingezäunten Weide. Ich denke so bei mir, was ein Quad kann, kann meine BMW erst recht. Setzte mich, kurz entschlossen auf das Motorrad und helfe mit beim Schafe treiben!!! Doch noch ne kleine Offroad Einlage heute und gar nicht sinnlos, denke ich so bei mir. Wir treiben die Tiere zurück. Glücklich macht der Bauer, der natürlich auch mit einem Quad fährt, das Tor zur Weide zu, als ich die letzten zwei , etwas störrischen, Schafe hineintreibe.

    Es handelte sich allerdings nur um eine kurzfristige lebensverlängernde Maßnahmen, wie ich später erklärt bekomme. Morgen kommt der LKW vom Schlachthof...der soll die 338 Lämmer abholen. Naja, davon leben die meisten Isländer. Teilweise werden die geschlachteten Tiere nach USA oder auch nach Kanada verkauft, wird mir erklärt.
    Das ich für meine "selbstlose Aufopferung" auch noch mit leckerem heimischen Schokoladenspezialitäten belohnt werde und mehr über Schafzucht erfahre, rundet den Abend noch ab.

    Heute Morgen gibt es dann, wie fast überall in Island, ein leckeres, liebevoll zubereitetest Frühstück! Die kanadischen Gäste , die Besitzerin und ich, wir quatschen uns fest, da "überlistet" mich Kai kurzerhand: er hat fast fertig gepackt und verzurrt und ich stehe noch in Jogginghose in der Küche und nix ist gepackt! Geht aber, wie immer, schnell bei mir und dann geht's los!

    Die Halbinsel Snaefellsnes hat einiges zu bieten, wir fahren durch Moorlandschaft zu dem Snaefellsjökull, einem Vulkan mit Gletscher!

    Wir durchkreuzen das Lavafeld bei Berserkjahraun genauso wie wir an den für Island untypischen, hellen Muschelstränden vorbei kommen! So komprimiert , ganz Island auf einer Halbinsel!!!
    Das Islandmoos zwischen den Gesteinsbrocken lässt die Landschaft irreal wirken!
    Leider regnet es viel, bzw. die tiefen Wolken versperren die Sicht auf die Spitzen der Berge und Vulkane. Irgendwie gehört das Wetter aber zur Szenerie dazu. Wir sind ja in Island und nicht auf Mallorca!
    An der Westspitze tanken wir und gönnen uns eine Schale Pommes-Frittes! Wir besuchen das Besucherzentrum zum Vulkangebiet und sehen zumindest dort, den Berg ohne Wolken bzw. mit Gletscher!

    Dann geht's an der Südseite der Halbinsel zurück und wir fahren langsam Richtung Süden!

    Der Tunnel unter dem Hvalfjördur hindurch ist der krönenden Abschluss unserer Fahrt bevor wir zu unserer heutigen Unterkunft können.
    nehmen heute Abend nämlich den Bus, nicht zum Fahren sondern zum Schlafen. Zwei Busse, einer davon ein Gelenkbus, stehen hier und wurden liebevoll zu Wohnungen umgebaut. Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche sind hier eingerichtet! Ein Toilettenhaus steht zwischen den Bussen. Aus dem Bus heraus haben wir eine tolle Aussicht auf den Fjord hinaus und die Skyline vom 20km entfernten Reykjavik sieht man auch schon!

    Wir fotografieren, nachdem es dunkel geworden ist, noch ein paar Nordlichter. Leider nicht mehr so spektakulär wie unsere ersten Lichter! Dann zieht Bewölkung auf und wir ins Bett

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Nach dem Frühstück packen wir bei strömenden Regen und starkem Wind die Motorräder. Überhaupt hat die ganze Nacht der Wind rund ums Haus gepustet.
    Dann fahren wir einmal um den Fjord, an dem wir gewohnt haben, um dann einem, am Strand liegenden, Schiffswrack einen Besuch abzustatten. Kurzer Fotostopp, mehr läßt das Wetter nicht zu!
    Dann geht es auf, immer an der Küste entlang! Erst hört nur der Regen auf, dann kommt sogar die Sonne raus. Wir kochen uns, am Straßenrand, einen Kaffee und genießen die Aussicht. Schon die ganze Zeit schauen wir rechts und links der Straße. Die Landschaft ist gigantisch hier. Steil ragen die Berge direkt vom Meer bis auf 400-500m Höhe empor. Zweimal müssen unsere Maschinen auch eine Passstraße erklimmen. Auch hier bietet sich uns immer wieder ein gigantisches Panorama!!! Wir umfahren riesige Fjorde mit hohen Bergen rundum!
    Einfach nur die Natur auf sich wirken lassen, das ist heute unsere Devise. Ich mache ganze 6 Fotos(!!!) mit der Spiegelreflexkamera!
    Wir machen nach 130km, also ziemlich genau auf der Hälfte unserer geplanten Tagesstrecke, eine Pause. Ich koche uns Kaffee und wir genießen die Aussicht und die Ruhe. Die letzte von 9 mitgebrachte Tafeln Schokolade aus Deutschland wird vernichtet!
    Auf den bisherigen 130km sind uns übrigens wahrscheinlich nur zwei Autos entgegen gekommen. Verkehr ist in Island kein Problem, es gibt schlicht und ergreifend keinen. Hauptsächlich Touristen, mit ihren weißen Mietwagen, sind hier unterwegs. Viele Dacia SUV werden hier vermietet, der Isländer hingegen würde sich unter einem Mitsubishi Pajero mit Ballonreifen gar nicht aus der Stadt trauen! Es darf auch ruhig ein Amerikanischer SUV von GM oder ähnliches sein, sowas fährt man hier!
    Ansonsten gab es heute nur freilaufende Schafe rechts und links der Straße zu sehen. Immer vor Ortschaften gibt es ein Gitterrost auf der Straße und einen Zaun um die Siedlung, die Schafe laufen frei herum.
    Erst vorgestern haben wir, in den Bergen gesehen, wie alle Schafsbesitzer und ihre Helfer, mit Warnweste bekleidet die Schafe zusammentreiben, um sie in den Zaungattern, die oft an der Straße stehen, nach Besitzern zu sortieren. Im Winter sind die Schafe alle im Tal bzw. im Stall. Almabtrieb auf isländisch!

    Wir fahren, frisch gestärkt, weiter und erreichen nach 230km den Punkt, an dem wir in die Westfjorde gefahren sind. Der erste Kreis in Island ist geschlossen! Kurzes anhalten und abklatschen und an der nächsten Tankstelle füllen wir die Tanks auf und gehen in den Supermarkt nebenan. Wir entdecken tatsächlich deutsche HIT-Doppelkekse für umgerechnet 24,-€ (kein Tippfehler!!) , auch abgepackten Scheibenkäse für 16,-€ kann man hier erwerben!
    Wir denken, dass das an einem Einfuhrzoll liegt, denn die anderen Produkte sind zwar teuer, aber nicht so extrem. Bolognese Sauce im Glas kostet 4,50€ und das heimische Lakritz Kosten in der 200g-Tüte 2,80€, aber nicht soviel, wie die Produkte aus dem Ausland!
    Dann essen wir im Restaurant ums Eck eine Pizza (Magarita 12€ / Hawaii 18€), und dann geht's heute mal etwas früher (15:30Uhr) zu unserem, nur noch 15km entferntem, Guesthouse. Heute auf einer Schafsfarm. Uns steckt der gestrige Tag, mit seinen Anstrengungen noch in den Knochen und wir ruhen uns ein wenig aus.
    Übrigens geht das mit der Vermietung ganz relaxed, wie alles in Island: Das Haus steht offen, auf dem Küchentisch liegt ein Zettel mit drei Namen und der entsprechenden Zimmernummer sowie zusätzlich die Telefonnr. des Vermieters für Fragen!
    Wir haben Zimmer Nr 1 in einem sehr gemütlich eingerichteten Haus. Eine tolle Küche und ein sehr wohnlich eingerichtes Wohnzimmer laden ein dort zu verweilen. Ich koche mir einen Kaffee und Kai sich einen Tee. In einem Guesthouse in Island wohnen wir immer sehr unkompliziert und man baut hier auf Vertrauen auf. Noch nie habe ich unser Zimmer abgeschlossen, wenn wir das Zimmer verlassen haben!

    Kurz kommt irgendwann die Besitzerin rein und fragt, ob alles in Ordnung ist. Mehr Arbeit hat sie heute nicht mit uns!

    Ach ja, heute ist übrigens Halbzeit in unserem Urlaub! Wir sind uns einig, egal was noch kommt, Island ist die Reise wert gewesen! Die bisherigen Eindrücke sind schon mehr, als wir verarbeiten können. Dafür gibt es ja dieses Tagebuch, um später noch einmal nachzulesen und sich zu erinnern.
    Viele meiner Mitreisenden schreiben mir irgendwann, "....habe heute nochmals das Tagebuch unserer Reise gelesen und bin gleich wieder unterwegs gewesen...." Auch dient es uns als kleine Gedankenstütze. Irgendwann weiß man nicht mehr in welcher Stadt welches Ereignis passiert ist! Hier lesen wir es einfach nach!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Ein ruhiger Tag sollte es werden mit 188km bis zum nächsten Hotel. Daraus wird aber nichts..... doch fangen wir vorne an.
    Die zwei jungen Männer, die gestern Abend noch in unsere Unterkunft gekommen sind, tun mir ein wenig leid. Wir frühstücken, wie immer, sehr früh und der Kaffeeautomat macht einen Höllenlärm, beim Kaffeezubereiten, direkt neben der Tür der Beiden. Trotzdem kommen sie irgendwann gut gelaunt aus dem Zimmer und Essen frühstücken auch!
    Wir wollen zumindest mal gucken, wie eine der gefährlichsten Strassen Islands aussieht und ein Stück hinein fahren, beschließen wir. Da wir ja nur 188km bis zu nächsten Unterkunft haben, sicher kein Problem!
    Erst einmal schauen wir uns aber Islafjoerdur an. Eine große Stadt, mit 2800 Einwohnern, zumindest für Island! Uns gefällt sie, beim durchfahren nicht so sehr. So tanken wir hier, nach einer Stadtrundfahrt, nur kurz und dann verlassen wir den nördlichsten Punkt unserer Reise. Immerhin sind wir nun viel nördlicher als die Südspitze von Grönland!
    Ein weiterer Abwegen von unserer Route führt uns nach Flateyri , welches als gemütlicher Fischerort angepriesen würde. Wir finden nur viele heruntergekommene Häuser direkt an der Strandstraße und einen lieblosen Hafen. Sorry, so unser Eindruck!
    Weitere geht es nach Pingeyri, wo wir an der Tankstelle fragen können, ob die nicht offizielle Strasse Nr 622 , die einmal um die Landzunge herumführt, befahrbar ist! Die Dame erklärt uns, das erst in der letzten Woche jemand mit einem großen SUV dort gefahren sein soll, wir sollten es einfach probieren, umkehren könnten wir ja immer noch! Genau diese Auskunft hätten wir nicht gebraucht.
    Also fahren wir einfach drauf los! Auf einem Schild wird darauf hingewiesen, dass wir uns nun auf einer nicht offiziellen Strasse befindet und es hier keinen Service gibt. Na ja, vor einer Woche ist ja hier noch jemand gefahren, vielleicht finden wir ihn ja noch hier irgendwo im Graben!
    Erst fahren wir auf einer unbefestigte Straßen, wie wir sie schon oft, hier in Island gefahren sind. Nach ca. 5km gibt es in der Mitte der Straße nun noch einen grünen Streifen aus Gras. Dann steigt die Straße steil an! Einfach in den Hang gefräst, so sieht die Straße aus. Steinschlag in Fussballgröße liegen einfach in der Fahrspur. Mit dem Auto wäre das jetzt schon ein Problem, mit den Motorrädern klappt das Umfahren ganz gut. Die Straße wird steiniger und gröber! Mehrfach springt das Vorderrad aus der Spur, insbesondere dann, als die Straßenoberfläche runde große Kieselsteine werden.
    Grundsätzlich nicht so schlimm, wenn es auf der rechten Seite nicht der Hang steil abfallen würde und die Straße nicht zusätzlich enge Kurven hätte. Unvorstellbar, das man hier überhaupt fahren kann. Von Ausprobieren reden wir gar nicht mehr, so sehr hat uns die Straße mit ihrem grandiosen Ausblick und der spannenden Straßenführung in ihren Bann gezogen. Irgendwie geht es immer weiter. Einmal gibt es eine Wasserdurchfahrt, ein anderes Mal hilft uns eine alte verottete Holzbrücke übers Wasser. Letzter prüfen wir allerdings vorher ausgiebig! Auch die breiten Bäche durchlaufen wir erst und suchen eine Passage ohne große Steine um nicht wegzurutschen und zu stürzen.

    Die Straße wurde immer höher in die steile Felswand gegraben. Auf einmal sieht es aus, als endet die Straße. Es geht, gefühlt mit 30% Gefälle bis auf Meeresspiegel hinunter, dann verlieren wir die Straße aus dem Blick. Wir beschließen erst einmal zu Fuß zu schauen ob es unten weitergeht, das Motorrad auf dem steilen Hang drehen erscheint uns unmöglich. Die Zeit haben wir längst aus den Augen verloren, nur weiter, ist die Devise!!!
    Unten sehen wir, das die Straße wirklich nur 1m über dem Meeresspiegel an der steilen Wand vorbei führt. Einer nach dem Anderen fahren wir die Steigung herab.

    Nass geschwitzt sind wir ohnehin schon längst. Es ist zwar nur 8-10Grad warm, aber mit soviel Bewegung hat heute keiner gerechnet. Unten liegen wirklich nur noch fast Fußball große runde Kiesel. Ich erinnere mich an mein Endurotraining und schaue immer nur an das Ende der sichtbaren Strasse und nicht vor das Motorrad. ..... bis die Straße wirklich endet. Der Sturm der letzten Tage hat die Straße weggerissen. Ärgerlich ist nur, dass das Navi anzeigt, dass wir noch 3km bis zur nächsten befestigen Strasse gehabt hätten. Es hilft alles Jammern nicht und so dürfen wir unseren Spielplatz der letzten zwei Stunden noch einmal durchfahren. Nun aber etwas zügiger, da wir weder Brücken noch Bäche kontrollieren müssen und auch bei unklaren Straßenverlauf wissen, es geht weiter. Am Leuchtturm, ganz vorne auf der Landzunge machen wir eine Pause! Das wir den Fußweg bis direkt zum Leuchtturm fahren, versteht sich ja von selbst! Auf die paar Stufen kommt es nun auch nicht mehr an!
    Als wir wieder vorne an der Tankstelle sind interessiert sich die Dame sehr für unsere Erfahrungen auf der Straße. So kann sie diesen nun zumindest an kommende Abenteuerer weitergeben.
    Wir trinken noch einen Kaffee und dann stellen wir fest, dass es Zeit wird aufzubrechen um nicht im Dunkeln noch auf dem Motorrad zu sitzen.
    Wir besuchen noch, als Ausgleich, den berühmten Dynjandy Wasserfall. Ein sehr breiter und mehrstufiger Fall , allerdings ist hier oben in den Westfjorden die Touristendichte geringer und es sind nur ein paar Autos auf dem Parkplatz davor!

    Dann windet sich die Straße nach oben. Immer höher bis fast 500m hoch geht es Es wird frisch hier oben und wir verweilen vor weiteren sehenswerten Ausblicken nur noch kurz. Dann geht es endlich wieder auf Meereshöhe ins Warme!
    Aufgrund der vortgeschrittenen Zeit sind wir"etwas zügiger" unterwegs, als die vorgeschriebenen 90km/h. Ein Polizeiauto oder gar eine Polizeikontrolle haben wir in den ganzen Tagen auf Island noch nicht gesehen, also lassen wir es laufen.
    Kurz vor unserem Zielort Patreksfjoerdur laufen wir so auf einen kleinen weißen Wagen auf und ich wundere mich, dass Kai nicht einfach überholt, wie bisher schon mehrere Autos vorher.... Das 112 auf dem Heck und das schmale Blaulicht auf dem Dach klären das schon von alleine, auch für mich!!!
    Im Guesthouse werden wir von einer seeehr freundlichen jungen Frau aus Finnland empfangen. Sie erklärt uns alles ganz ausführlich und als wir sagen, dass wir uns sehr auf die heiße Dusche freuen, zeigt sie uns sofort die Spezialität des Hauses, Outdoor-Duschen mit Blick über den Fjord!!! Wir träumen allerdings eher von einem warmen Badezimmer, idealerweise mit Fußbodenheizung, anstatt bei Außentemperaturen um die 6 Grad draußen zu duschen!!
    Abends machen wir uns noch selbst was zu Essen und gehen dann geschafft ins Bett!
    Wieder ein toller erlebnissreicher Tag, voller Abenteuer und Spaß! Irgendwann können wir uns sicher mal ausruhen... wahrscheinlich erst wieder auf der Rückfahrt mit der Fähre! ;-)

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Bei Frühstück lernen wir Henrike kennen, eine 24 jährige Deutsche, die hier , nach ihrem dualen Studium, im Hotel arbeitet. Heute Morgen bereitet sie uns z.B. das Frühstücksbuffet zu!, Selbstfindung und auch Erholung sind ihre Gründe! Tolle Sache!, sie wird im Winter nach Reykjavik ziehen... mehr Pläne hat sie aber noch nicht! Beneidenswert!!! Übrigens ist das hier das erste Hotel in dem ich wohne, wo man einfach in Socken ins Restaurant geht. Da alle Schuhe dreckig sind, aufgrund der unbefestigten Straßen, zieht man die Schuhe einfach im Eingang aus.

    Uns treibt es weiter, nachdem wir das wirklich gute Frühstück genossen haben! Hier müsste man Mal eine Woche ausspannen, so schön und interessant ist das hier!!

    Nun fahren wir die teilweise sehr spektakuläre Straße von Djupavik wieder nach Süden. Heute aber, im Gegensatz zu gestern, trocken, zumindest von oben! Die unbefestigte Straße ist immer noch nass und rutschig und in den Pfützen steht Wasser.
    Nach 60km ohne befestige Straße sehen unsere Motorräder dementsprechend aus. Insbesondere meine Maschine hat, durch das Hinterherfahren ordentlich Matsch abbekommen. Wir tanken wieder in Holmavik und da dort auch ein kostenloser Waschplatz ist, bürsten und spritzen wir die Motorräder ordentlich ab. Meine Kühlrippen gab es nicht mehr und bei Kai's Dreizylinder war die Schlammpackung um die drei Krümmer zu einem dicken Klumpen geworden.
    Dann gibt es noch einen Kaffee im Supermarkt, der hier auch am Sonntag geöffnet hat. Dann geht's weiter!
    Erst über einen Pass in den nächsten Fjord. Hier oben ist es heute doppelt so warm wie Gestern. Unten an den Passstraßen stehen immer LED Tafeln auf denen Temperaturen und Windstärke oben auf dem Pass angezeigt werden. Gestern stand da 4Grad , heute immerhin 8Grad! Heute allerdings trocken und manchmal scheint sogar die Sonne!
    Die Fjorde sind überwältigend .... hohe Berge rechts und links, immer wieder fallen Wasserfälle herab. Wir Staunen nicht schlecht, als direkt neben der Straße im Meer , keine 20m vom Fahrbahnrand, Robben auf einem Stein in der Sonne liegen. Wir halten natürlich sofort an und zücken die Kameras! Die Robben sind das wohl gewohnt und sie lassen sich beim Sonnenbad nicht stören!
    Einmal bietet sich uns ein spektakulärer Blick auf den Gletscher Drangajökul , der auf der anderen Seite des Hauptfjordes, dem Islafjardjup, liegt! Blau schimmert das Eis. Grandios stürzt davor ein Wasserfall in die Tiefe!

    Einzige Enttäuschung heute, auf die angepriesenen leckeren Waffeln im Museumsdorf Litlibaer müssen wir verzichten, das Dorf hat schon geschlossen bzw. wir können zwar durch die Häuser bummeln, aber das Café hat geschlossen! Da ist wohl schon Saisonende!?

    Dann windet sich die Straße vor dem letzten Fjord, den wir durchfahren müssen, nach oben. Als wir um die Spitze der Landzunge kommen, bietet sich uns ein spektakulärer Blick auf unseren Zielort, Sudavik, aber auch auf die gegenüber liegenden hohen Berge, die teilweise schneebedeckt sind.
    In Sudavik haben wir ein Zimmer in einem Guesthouse gebucht, dass wir heute kaum mehr verlassen. Ich gehe kurz zum Hafen, aber der doch kalte Wind am Abend treibt mich zurück ins warme Haus. Nur wir und noch zwei junge Männer aus Deutschland sind die einzigen Gäste hier! Wir diskutieren den , für uns erschreckenden, Wahlausgang in Deutschland!

    Wir sind schon ein wenig angeschlagen, von den letzten Tagen und gammeln nur ein wenig auf dem Sofa rum, bevor dieser Tag endet. Es ist schon anstrengend, jeden Tag die vielen Kilometer und dazu die vielen unbefestigte Straßen, die unsere volle Konzentration benötigen! Erholungsurlaub geht anders! Wir sind aber glücklich über das Erlebte und genießen jeden Tag!
    Morgen geht's nach Patreksfjördur, unser letzter Abend auf den Westfjorden.

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Gestern Abend haben wir es dann endlich geschafft, eigene Fotos von den Nordlichtern zu machen! In unserem Tal in dem wir wohnen, gibt das prima Kontraste zu den Bergkuppen rund herum!!!
    So langsam bekomme ich Spaß daran!!!

    Auch gestern Abend hat sich Ivan, der russische Motorradfahrer, den wir auf der Fähre kennen gelernt haben, bei uns gemeldet! Er ist fast halb herum und wir hatten vereinbart, dass wir uns, wenn eben möglich nochmals treffen wollen! Morgen probieren wir es.
    Jedoch haben wir , wie jeden Tag, ein strammes Programm geplant und wir verabreden, dass wir es einfach versuchen!


    Zu heute erstmal was positives: die Wettervorhersage stimmte perfekt! Es wurde Starkwind, Dauerregen und Temperaturen nicht über 6 Grad vorhergesagt und so kam es auch!
    Wir frühstücken und dann geht's los! Auf in den Norden! Das Wetter gibt alles: Starkwind der uns fast von der Straße fegt, Dauerregen und kalt. Wir melden uns bei Ivan, der braucht aber noch zwei Stunden bis zu unserer Position, daher beschließen wir, schweren Herzens, auf ein erneutes Treffen zu verzichten. Falls Du hier noch mitließt, wir wünschen Dir für Deine Reise alles gute und viel Spaß bei den Übersetzungen durch Google! 😀
    Wir genießen die Landschaft trotzdem und in einer Regenpause fotografieren wir sogar noch einen tollen Wasserfall in einem Seitental.
    Bevor wir uns ganz in den Norden aufmachen müssen wir noch einmal tanken. Da oben gibt es keine Tankstelle und zum Hotel sind es 100km, die wir ja auch wieder zurück müssen.
    Tankstellen, oder besser Versorgungszentren haben hier gleich mehrere Funktionen! Tankstelle, Supermarkt, Café und öffentliche Toilette. Genau in der Reihenfolge nutzen wir alles. Der Sky, den wir im Supermarkt gekauft haben, essen wir gleich im Kaffee nebenan. Den Kaffee dort bezahlt man auch an der Supermarktkasse. Ein Einmannbetrieb (Frau!) Da hier aber nicht ständig Leute einkaufen, hat die Dame noch zwischendurch Zeit, Regale einzuräumen. Alles in isländischer Gelassenheit. Überhaupt hat es in Island keiner eilig oder ist hektisch. Wie beobachten das Treiben hier im Laden eine ganze Weile und trinken unseren Kaffee.


    Dann fahren wir an die Ostküste der Westfjorde! Da wir Ostwind haben: ideal!!! Sonst würden wir wahrscheinlich eine Windböe verpassen.. wir segeln mehr und fahren mit Schräglage, auch auf der Geraden!!!
    Wir sind jedoch immer noch schneller unterwegs, als das hier vor uns fahrende Auto. Irgendwann merkt der Fahrer tatsächlich, dass er den ganzen Schlamm aufwirbelt und unsere Motorräder nebst Fahrer langsam die Farbe der Straße annehmen und er lässt uns vorbei. Überholen geht hier nicht, erstens wegen der Straßenbreite und zweitens brauchen wir wegen des Wetters fast die ganze Breite für uns!! Auch mein TomTom sagte uns an der Tankstelle schon, dass wir für die vor uns liegenden 100km ungefähr 3,5 Stunden bräuchten. Es waren nur 2,5h, aber wir waren ja auch zügig daran interessiert ins warme zu kommen.

    Ich könnte es allerdings nicht abwarten, bis wir am Hotel angekommen sind und bremse, als rechts von der Straße, zum Meer hin, drei Hotspots / kleine blaue Pools, auftauchen!
    Gegenüber, 80m die Straße hoch steht ein kleines Häuschen zum Umziehen! Ich zögere nicht lange, hole Badehose und Handtuch aus dem Koffer und verschwinde in der Umkleide. Meine Sachen lasse ich einfach in dem Einraum-Häuschen am Wandhaken hängen. Hier kommt so schnell keiner vorbei! Dann barfuß über die Straße zurück in den heißen Pool! Herrlich warm. Ich merke wir mir die Wärme gut tut. Wir wollen aber weiter und so währt das Vergnügen nur kurz und ich habe wieder meine Motorradsachen an und es geht weiter.
    Immer schlechter wird die Straße! Steil fällt das Gelände zum Meer hin ab. Es gibt keine Leitplanken oder ähnliches, die Straße ist nass und rutschig es ist windig...... Dann geht's über einen kleinen Pass, der uns durch die tiefhängenden Wolken leitet, in den nächsten Fjord. Hier erhalten wir u der Hotel. Vorher geht es an dem .berühmten Schiffswrack orbei und über das Gelände der alten Fischfabrik.
    Dreckig und nass stehen wir in unseren Regensachen an der Rezeption. Das stört hier niemanden. Als wir die Sachen vom Motorrad im Hotel haben, bietet uns der Hotelier an, die Sachen zum trocknen in den Keller zu hängen. Das macht er für uns. Es wird uns kostenlos Tee und Kaffee angeboten und gleich sieht die Welt wieder besser aus. Ein gutes Zimmer, leider nur mit Bergblick und nicht mit Meerblick, wir uns zugeteilt.
    Als der Regen dann aufhört gehen wir ein wenig die Gegend erkunden.
    Wir schauen nicht schlecht, als die Tür der alten Fischfabrik nebenan offen steht. Innen ist eine Bildergalerie installiert. Wir erkunden das Gebäude und machen viele Fotos.
    Anschließend geht es zu dem Schiffswrack hier am Strand. Ein altes Stahlschiff, das so h langsam aber sicher hier selbst zerlegt. Fotos werden natürlich auch hiervon gemacht. Wir lernen ein britisches Paar kennen und lassen uns zusammen vor dem Wrack ablichten.
    Dann merken wir, dass wir Hunger haben. Die Küche im Hotel wird überall angepriesen und mangels Alternative setzen wir uns dort ins Restaurant. Wir bereuen diese Entscheidung nicht. Es gibt wirklich leckeres Essen hier.

    Dann schnappen wir uns unsere Kameras und gehen noch einmal auf die Jagd nach Polarlichtern!
    Erst sind wir enttäuscht, dann beginnt das Leuchten am Himmel, wie schon gestern und Vorgestern!!!!
    Selbst mit meinem Handy schaffe ich es, dieses festzuhalten! Tolle Bilder entstehen.... Trotzdem sehe ich lieber zum Himmel, als durch den Kamerasucher!
    Glücklich gehen wir gegen 23:00Uhr aufs Zimmer! Hier schreibe ich noch diese Zeilen und werde nun langsam müde.
    Gute Nacht!


    .... überhaupt bitte ich euch, die Tippfehler und Formulierungsfehler zu entschuldigen. Ich tippe das taglich alles Abends, nach einem anstrengenden Tag!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Nachtrag zu Gestern:
    Ich hatte die Zeilen gestern Abend gerade hochgeladen, da rief eine Mitbewohnerin, hier im Guesthouse, "Polarlichter" ich bin einfach rausgerannt, wollte nichts verpassen!!
    Ich hatte sowas noch nie gesehen und habe nicht einmal die Kamera dabei!! Die Lichter waren beeindruckend und dauerten gut 30 Minuten. Ich bin jetzt noch ganz fasziniert. Zum beschreiben fehlen mir die Worte!!!
    Da haben wir echt Glück gehabt!

    Danach gehen wir glücklich schlafen, erstmals auf unserer Reise in zwei Zimmern. Wir hatten ein Doppelzimmer gebucht, die Besitzerin des Ponyhofes, auf dem das Guesthouse steht, meinte aber, wir dürften -ohne Aufpreis- gerne zwei Zimmer belegen, da sie nicht ausgebucht ist!
    Morgens sind die Nordlichter natürlich immer noch ein Thema beim Frühstück!

    Dann geht es weiter, wir fahren zum Hvitserkur-Vogelfelsen!! Auf dem Weg dahin kommen wir an einem tollen schwarzen Strand vorbei! Auf dem Strand sind Fahrspurren von Autos dutlich erkennbar! Als dann noch die Einfahrt zum Strand vor uns auftauscht, zögere ich nicht lange und es geht ab zum Strand! Erinnerungen an Irland und die dortigen Strände werden wach. Damals konnten wir einfach so am Strand fahren! Heute leider nicht. Ich merke schnell, das der Sand zu weich für die schwer bepackte Fuhre ist und ich grabe mich, trotz vorsichtigem Gas geben ordentlich ein. Ohne Hauptständer bleibt mein Motorrad auch so stehen! Ich winke Kai, nicht hier rein zu fahren.... Er hilft mir das Motorrad mit Anschieben wieder fahrbar zu machen und wir bekommen meine Maschine wieder zurück auf die Straße!

    Dann geht es endlich zum Vogelfelsen. Ein spektakulär geformter Fels im Meer! Es ist ein Basaltfelsen an der Ostküste der Halbinsel Vatnsnes.
    Der Weg dorthin und auch die gesamte Straße auf der Halbinsel ist extrem matschig und auch glitschig.
    Grundsätzlich machen uns solche Verhältnisse ja Spaß, aber nach 45km ist man auch froh wieder befestigte Straße zu erreichen.
    Zwischendurch halten wir noch an der "Illugastadir seal watching" hier kann man Seehunde in freier Natur in einer geschützten Bucht beobachten! Viel zu viel schaue ich durch den Sucher der Kamera... Trotzdem ein tolles Erlebnis!

    In Hvammstangi , dem ersten Ort im Süden der Halbinsel steuern wir eine Tankstelle an. Hier gibt es neben Benzin einen kostenlosen Waschplatz für für Fahrzeuge und in einem kleinen Schnellrestaurant auch noch was zu Essen.
    Als ich beim Essen den Blick über den Fjord gleiten lasse sehe ich eine „kleine Insel“ die sich augenscheinlich bewegt und dann abtaucht. Eine Fluke sehe ich gerade noch um nun sicher zu sein: Es war ein Wal. Kai, der Anfangs noch skeptisch guckt sieht auch bald eine Wasserfontäne aufsteigen. Wir fahren nach dem Essen natürlich sofort zum Hafen! Kaum angekommen sehen wir 3 Wasserfontänen nebeneinander aufsteigen!!! Drei Wale geben hier ihr Schauspiel. Da dies alles aber fast auf der anderen Seite des 1km breiten Fjordes stattfindet, beschließen wir keine Fotos von irgendwelchen Punkten im Wasser zu machen und genießen den Anblick!!!

    Nun ist es doch wieder spät geworden und wir fahren, nein wir segeln, zur heutigen Unterkunft! So stark ist der Seitenwind geworden. Dazu kommt noch, dass die gewählte Passtraße wohl gerade neu planiert wurde. Der zum Straßenbau verwendete Schotter ist noch nicht von Fahrzeugen festgefahren worden sondern sehr lose. Das anfängliche ausgeschilderte Tempolimit von 80km/h war nicht zu erreichen! Immer wieder tanzt das Vorderrad in die nicht geplante Richtung! Mit 60 km/h geht es aber gut voran!
    Wir biegen in ein, für heute letztes, tolles Tal mit See in der Mitte, ein. Vor uns muss es wohl regnen denn ein toller Regenbogen endet mitten im Tal. Unsere Hütte, die wir gemietet haben ist eine von zwei Hütten, die am Hang stehen. Eine dritte Hütte ist das Waschhaus. Die Hütte ist perfekt ausgestattet. Eine Küche, ein Sofa und ein Esstisch im Hauptraum, dazu ein Schlafzimmer und eine Toilettenraum mit Waschbecken. Einzig die Dusche ist im Waschhaus.
    Wir genießen die Wärme im Haus, denn den ganzen Tag war es kaum über 8 Grad, da der Himmel den ganzen Tag bedeckt war. Viel Regen gab es nicht, insbesondere kein Starkregen wie vor 2 Tagen Morgens einmal! Für Ende September in Island können wir sehr zufrieden sein mit solch einem Wetter. Bei Wärme und trocken kann ja jeder fahren! ;-)

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Wo fange ich an...am besten beim Frühstück: Die Bäuerin, ja wir haben ein Zimmer auf nem Milchhof mit 70 Kühen, hat sich alle Mühe gegeben!
    Dann höre ich von draußen ein Geräusch, dass ich nur zu gut kenne. Die erwachsene Tochter kratzt gerade die Frontscheibe ihres Autos eisfrei!!!
    Unsere Motorräder sind ebenfalls von einer weißen Frostschicht bedeckt! Es gab Nachtfrost, da der Hof in einem Hochtal liegt, umgeben von Bergen mit kleinen Eisflächen/Gletschern!
    Wir starten trotz Frost um 09:00Uhr und erst nach 3 Kilometern fahren wir in der Sonne. Sofort wird es wärmer und als wir in Akureyri auf Meereshöhe ankommen sind die Temperaturen wieder o.k. und die Straßen eisfrei!

    Wir tanken hier nach und anschließend bleiben an einer Ampel stehen, obwohl sie grün zeigt!(???? )
    ...des Rätsels Lösung: Das Rotlicht ist hier im Ort ein rotes Herz! Klar, dass wir das fotografieren müssen!
    Dann geht es nach Norden auf die Halbinsel von Siglufjördur. Immer wieder gibt es von der Straße einen tollen Blick aufs Meer...dazu der blaue Himmel und die Sonne scheint dazu. Traumhaft!!
    Bei einem Stopp an einer ehemaligen Fischfabrik mit Hafen machen wir viele Fotos.

    Auf der Weiterfahrt werden wir in einen Tunnel geleitet. Der Tunnel ist einspurig und hat in Sichtweite immer wieder Ausweichstellen! Keine Ampel, keine Schilder, man regelt das unter sich. Das geht so gefühlte 5km lang. Fast wie die Single-Roads in Schottland!
    Dann auf einmal ein rot aufleuchtendes Quadrat mit isländischer Aufschrift.... Wir halten brav an und tatsächlich kommt uns am Knick auf einmal ein Auto entgegen! ...gesteuert wird das Signal wohl über Bewegungsmelder oder ähnliches! Funktioniert!!!

    Nach dem kürzeren der zwei Tunnel beschließen wir der Hauptstraße 82 nach Süden zu folgen! Eigentlich nur um den längsten langweiligen Tunnel zu umfahren!
    Dann aber tut sich ein unbeschreiblich schönes Tal vor uns auf und das Beste: ausser zwei Mitsubishi Pajero der Farmer gibt es fast zwei Stunden, die wir hier auf der 36km lange Straße verbringen, kaum Verkehr!
    Vulkane und schroffe Berge säumen die Straße..... Unbeschreiblich... Wasserfälle, Vulkane, Lavafelder, tolle Schotterstraßen,....... ein paar Bilder habe ich und Kai ja bei Facebook und im WhatsApp-Status ja geteilt. Wiedergegeben kann keine Beschreibung und kein Foto was wir gesehen haben!

    An der Küste angekommen, fahren wir über die Küstenstraße nun nach Siglufjördur, ein hübscher alter Hafenort. Wir setzen uns im Hafen in die Außenbestuhlung eines Kaffees, so warm ist es mittlerweile! 15,5Grad zeigt das Thermometer, im Schatten! In der Sonne schwitzen wir fast im T-Shirt! Island im September, unglaublich!
    Auf dem Weg dorthin hatten wir auf einmal eine Herde freilaufender Pferde vor uns auf der Straße stehen. Unschlüssig, was zu tun ist, bleiben wir erst einmal stehen und beobachten die Tiere. Dann fahren wir langsam an den, auf der linken Fahrspur stehenden, Pferden vorbei. Wieder ein tolles Erlebnis in Island!

    Auf dem Rückweg geht es zügig an der Küste entlang und wir fahren Richtung Hofsos. Dort ist ein geothermisch beheiztes Schwimmbad direkt an der Steilküste über dem Meer! Da will ich unbedingt rein. Ich stehe mit gepackter Badetasche vorm Bad.... doch leider hat das Bad erst wieder in den Abendstunden geöffnet. (Geschlossenvon 12:00-17:00Uhr) dienen diese Öffnungszeiten dem Fernhalten von Bustouristen, eine andere Erklärung haben wir nicht! Enttäuscht fahre ich weiter. An einem Supermarkt mit Tankstelle und Restaurant verpflegen wir uns noch um dann um 18Uhr an unserer Unterkunft für heute anzukommen. Es ist ein Pferdehof mit Gästehaus, vier weitere Deutsche wohnen ebenfalls hier!
    Dann erfahre ich, dass hier hinterm Haus ein Hotspot installiert ist. Sofort habe ich die Badesachen parat und ich sitze über eine Stunde im geothermisch erwärmten Wasser und genieße den Sternenhimmel. Apropos Himmel: Von einer Mitbewohnerin erfahre ich, dass heute Nacht die Chance auf Polarlichter sehr groß sein soll!!! Um 23Uhr ist die Chance wohl am größten! ... ich werde berichten!

  • Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Heute werden wir vom Wetter geweckt. Island zeigt wozu es fähig ist: Der kräftige Regen fällt heute waagerecht, stärker Ostwind weht!!! Wir frühstücken erst einmal und packen zusammen.
    Die ersten Kilometer sind der Hammer: wir segeln im Wind und ein LKW der uns entgegenkommt wirft uns das gesamte Wasser seiner Fahrspur entgegen. Dazu "klaut" er uns kurzfristig den Wind, gegen den wir uns die ganze Zeit lehnen. Ich rede von RICHTIG Wind : gefühlte 100km/h !!!
    Nach 4km ist die Gefahr der LKWs aber gebannt. Wir biegen nach Süden, in eine kleine Straße ab. Es hört auch bald auf zu regnen, aber der Straßenzustand, wir reden hier von einer unbefestigen Straße mit Schlaglöchern, bleibt schmierig bis rutschig. Die Heidenau-Stollenreifen geben alles und trotz einiger heftiger Rutscher bleiben wir auf der Straße und zwar nur mit den Bauteilen am Motorrad, die dafür auch gedacht sind: den Reifen! ;-)
    Für die ersten 45km brauchen wir fast 2 Stunden, einen Fotostopp mitgerechnet! Dann geht es weiter auf der Straße Nr.1 , der Ringstraße. Hier erreichen wir bald die geothermiereiche Region rund um Myvatn! Als erstes geht es zum Kraftwert Krafla . Auf der Seitenstraße dorthin steht neben der Straße eine laufende heiße Dusche! Diese funktioniert nur mit Geothermie! Ich fahre komplett mit dem Motorrad unter den heißen Strahl und wärme mich auf! ;-) Fotos mit und ohne Motorrad werden geschossen, dann geht's weiter, hoch zum Kraftwerk. Dieses befindet sich oben auf einer Magmablase und diese erdoberflächennahen Geothermie wird hier zur Stromerzeugung genutzt!
    Oberhalb des Kraftwerkes befindet sich der "Blaue See", ein wohl durch die Gesteine blau verfärbten See....unterhalb dampft und brodelt alles! Hier wird die Kraft in der Erde deutlich!
    Dann fahren wir wieder den Berg hinunter. Keine 500m fahren wir über die Ringstraße, da sehen wir links der Straße ein großes Feld mit rauchenden Quellen. Klar, dass wir dort nachsehen fahren!
    Hier entdecken wir ein mehrere Fußballfelder großes Gebiet in dem es blubbert , qualmt und zischt!! Island von seiner wildesten -ungezämten- Seite!!!!
    Es stinkt dabei die ganze Zeit ganz fürchterlich nach Schwefel, bzw. faulen Eiern! Geothermie eben.

    Danach suchen wir uns eine Tankstelle!
    Auf dem Weg dahin kommen wir nochmals an einem blauen See mit unterirdischen thermalen Quellen vorbei, alles zischt und brodelt! Hier machen wir genauso einen Fotostopp wie an der thermalen Grotte (Grjotagja), die danach an unserem Weg liegt!


    Anschließend geht es in "Daddys-Pizza"! Wir brauchen eine Pause und Hunger haben wir auch. Ich bestelle mir ne mittelgroße Pizza mit Schinken, Champions und Salami und eine Coladose: 32€ wechseln den Besitzer!! Island ist kein günstiges Land, aber jeden Euro wert. Gestern haben wir ja selbst gekocht, da gönnen wir uns das heute mal!
    Weiter geht es Richtung Westen. Nach der südlichen Umrundung des großen Sees in Myvatn kommen wir wieder auf die Ringstraße. Es geht eine spektakuläre Kurve nach oben...es sieht fast aus, als wolle die Straße bis an die Wolken ansteigen. Wir brausen -außnahmsweise- mal "etwas zügiger durch diese Kurve...
    Oben haben wir eine traumhafte Aussicht auf den hinter uns liegenden See und den Fluss, der der Abfluss des Sees ist. Er umspült grüne kleine Inseln und drumherum ragt schroffes Lavagestein hervor, eine Landschaft wie ich sie vorher noch nie gesehen habe! Island in seiner ganzen Schönheit!!

    Als wir über die nächste Kuppe kommen "leuchtet" uns das nächste Highlight entgegen: Der Wasserfall namens Godafoss. Die Straße senkt sich und wir fahren durch Gesteinsfelder bis fast direkt an den Wasserfall. Viele Fotos werden gemacht und zwei mutmaßlich englische junge Männer fragen, ob ich ein Foto von den Beiden machen kann. Mache ich gerne und wir kommen ins Gespräch. Sie trampen um die Ringstraße und haben dafür nur eine Woche Zeit. Von einem touristischen Highlight zum nächsten geht es für die Beiden. "Irgend jemand fährt immer in unsere Richtung", ist die mutige Behauptung! Ich denke, wenn das Mal klappt und als könnte er Gedanken lesen, spricht einer von den Beiden zwei älter Damen an und sie werden sofort aufgefordert ihre Sachen in den Kofferraum zu legen, dann geht's für die Beiden weiter!

    Wir überlegen kurz was wir noch anschauen wollen und beschließen aber dann, für heute genug gesehen zu haben und fahren die letzten 20km zu unserem heutigen Guesthouse. Es ist ein Bauernhof, ganz abseits in einem tollen Seitental und wir bekommen hier ein prima Zimmer. Sogar eine Bibliothek ist hier vorhanden und wir wohnen mit den Besitzern sozusagen Tür an Tür! Die Küche dürfen wir gerne benutzen und die Besitzerin kocht und erstmal einen Kaffee bzw. Tee! Das nenne ich mal eine Begrüßung!
    In der Küche lernen wir ein junges Paar aus Essen kennen. Sie wohnen hier schon 4 Tage und sie reisen auch das erste Mal durch Island! Wir tauschen gegenseitig Informationen aus und dann brechen die Beiden auf ins Kino!
    Wir tun uns die Ruhe an und genießen selbige hier in dem wirklich total ruhigen Seitental. Um uns herum ragen die Berge bis in die Wolken und oben gibt es sogar auf einigen Gletschereis!
    Tolle Gegend! Tolles Island!
    Für eine Wettervorhersage von 12h Dauerregen hatten wir echtes Glück! Ungefähr zwei Stunden sind wir bei Regen unterwegs gewesen. Islandwetter eben! Wir haben es so gewollt und wir genießen dieses tolle Land mit all seinen Vor- und Nachteilen!
    Früh geht es heute wohl ins Bett.

  • Der 5.Tag, Endlich Island!Datum20.09.2017 01:52
    Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Endlich in Island!!!
    Direkt nach dem Frühstück packen wir und bald dürfen wir auch auf's Fahrzeugdeck. Die Spanngurte habe die relativ ruhige Überfahrt gehalten. Die Taschen werden verzurrt und dann geht's endlich los:

    ISLAND wir kommen!!!

    Ganz im Osten, in Seydisfjördur, von Island beginnt unsere Reise.
    Unser erstes Ziel ist Bakkagerdi. Vorher kommen wir durch Egilsstadir, das wir links liegen lassen, da alle Busse, die in der Fähre waren dorthin abbiegen.
    Als erstes Ziel steuern wir nun Bakkagerdi an, ein kleiner Ort an der Küste. Im Sommer nisten dort die Puffins ... jedoch sind wir dafür zu spät. Die Straße dahin war es aber alleine schon wert dorthin zu fahren. Eine Serpentine , die es in sich hatte: unbefestigt, loser Schotter, dreidimensionale Kurven (Kurve mit mächtiger Steigung oder Gefälle!!!) Die letzten Kilometer zum Ort geht es direkt an der Küste entlang... wirklich direkt!!! natürlich unbefestigt und kurvig! Erst gehen wir solche Verhältnisse vorsichtig an, dann merken wir: die auf den Schildern angegebenen Geschwindigkeiten können tatsächlich gefahren werden: 80 km/h auf losem Schotter und Schlaglöchern sind nicht wirklich ein Problem, zumindest vorerst... Die Buchten an denen wir vorbei kommen sind unbeschreiblich!!! Immer wieder vergesse ich auf die Straße zu sehen, so toll ist der Ausblick! ...es sind aber Straßen aus losem Kies und Schotter, immer wieder fährt das Motorrad da hin wo es will. Aber, um es vorweg zu nehmen, wir kommen überall heile durch.

    Auf dem Weg zurück nach Süden kommen wir an einer Herde Island-Pferden vorbei. Wir halten an und die Tiere schauen neugierig zu uns herüber. Als wir weiterfahren wollen laufen uns die Tiere nach und sie überholen uns sogar noch!!! Ich kann es nicht glauben und schalte schnell die Videokamera ein. Ein tolles Video entsteht!!!
    Als die Weide endet fahren wir noch ein Stück weiter und halten dann glücklich an. Wir brauchen nicht reden, wir schauen uns an und können Beide unser Glück noch nicht glauben.
    Ein paar Kilometer weiter steht an einer Wegekreuzung eine kleine Kirche mit Grasdach! Wir halten an, besichtigen die Kirche von innen und außen. Es sind ungefähr 70cm dicke Wände aus Torfsoden die übereinander gestapelte würden und ein Holzdach, dass mit Grasbewuchs gedeckt wurde. Ich schreibe in das auf dem Holzaltar liegende "Gästebuch" und wir genießen die Stille ein wenig.
    Vor der Kirche steht eine Sitzgarnitur aus Massivholz und wir beschließen hier eine Kaffeepause zu machen! Der Gaskocher nebst Topf kommen zum Einsatz und der mitgebrachte Kaffee wird mit dem Edelstahlfilter aufgegossen. Dazu gibt es mitgebrachte Kekse! Lecker und in der freien Natur können wir diesen Luxus richtig genießen. Unbezahlbar!
    Weiter geht's Richtung Süden zur Ringstraße, eine Straße die ungefähr 800km rund um Island führt. Vorher gibt es noch zwei Wasserfälle zu besichtigen und fotografieren! Auch getankt haben wir zwischenzeitlich!

    Wir folgen der Ringstraße (Nr.1) nach Westen und oft bietet sich uns eine unwirkliche Landschaft links und rechts der Straße: Mondlandschaften nur aus Steinen wechseln sich mit Lavafelfeldern und Hochheide ab! Mehrmals halten wir an und fotografieren dieses Schauspiel!

    Einmal stehen wir alleine an einem Aussichtspunkt als ein weißer Toyota neben uns hält. Zwei Chinesen steigen aus. Anstatt die grandiose Landschaft zu genießen, fragt mich einer der Beiden, ob er ein Foto von mir machen darf. Ich lache und stimme zu. Sofort stellt er sich neben mich, zückt sein Handy und schießt ein Selfie von uns! Dann muss sein Kollege ein Bild von uns mit Motorrad machen. ( ....man ist ja höflich und macht das Spiel mit... ) dann wechseln sich die Beiden ab. Danach springen sie wieder ins Auto, ohne die Landschaft eines Blickes zu würdigen! Ich stehe nur verdutzt da und wundere mich!
    Südlich unseres Haupzieles , dem Wasserfall Dettifoss verlassen wir wieder die Ringstraße. Wir entscheiden uns für die kleinere der beiden Straßen um dorthin zu gelangen: die Straße 864 die östlich vom Dettifoss vorbei! Kaum sind wir auf der 864 fängt die Straße an unseren Motorrädern und ihren Piloten alles abzuverlangen! Erst sind es nur Bodenwellen, dann sind es Schlaglöcher. Beides in so kurzen Abständen, dass die Federung der Motorräder mehrmals an ihre Grenzen stoßen! Ich habe schon viel erlebt, aber diese Straße hier ist echt schlimm!! Da half auch nicht mehr die Motorräder auf Geschwindigkeit zu halten.... wir haben beide gedacht: hoffentlich hält alles, insbesondere die Gepäcksysteme haben ja einiges zu tragen. Es geht aber augenscheinlich alles gut!
    Endlich sind wir am Dettifoss, einem der schönsten Wasserfälle in Island. Und Wasserfälle gibt es hier echt viele!!!
    Das Donnern des Wassers lässt eine Unterhaltung kaum zu. Wir fotografieren viel, genießen aber auch die Ruhe in dem Wasserdonnern!!! Zwei Spanierinnen fragen, ob ich sie fotografieren kann... selbiges muss eine von den Beiden nun auch mit uns machen!
    Nun sind es nur noch 30km bis zum "Dettifoss Guesthouse" , wo wir unsere erste Bleibe gebucht haben. Schöne Zimmer und superluxus-Bäder erwarten uns. Das Haus ist prima und dazu noch das preiswerteste auf der Reise!
    Wir kochen uns in der Küche die mitgebrachte Gulaschsuppe und essen eine Scheibe Brot dazu.
    Danach liegen wir noch lange in den Betten und "bedienen" die Medien: WhatsApp/ Facebook und E-Mails und dann tippe ich noch diese Zeilen und werde langsam müde. Gute Nacht

  • Der 4.Tag, Auf den Färöer InselnDatum18.09.2017 21:17
    Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Nachdem wir gestern Vormittag einen ruhigen Tag hatten und ich unseren gestrigen Bericht Mittags im Mobilfunknetz der Shetland Inseln hochgeladen habe, ist noch einiges passiert! Wir haben uns im Restaurant sehr lange mit dem russischen Motorradfahrer unterhalten, den wir schon vor der Abfahrt beim Check-in kennen gelernt haben. Ivan (heißen eigentlich alle Russen so???) ist tatsächlich 28 Jahre alt und einen Monat mit dem Motorrad in Europa unterwegs und war schon von Russland, Polen, Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien unterwegs. Nun noch eine Woche in Island, dann geht's zurück über Berlin und Polen zurück nach Moskau. Das ist mal ein Plan. Auf dem Weg hierher hatte er Probleme mit seinen Bremsbelägen. Allerdings konnte ihm keine Werkstatt, wo er gefragt hat helfen. Erst nach langem hin und her hat er wohl Hilfe bekommen. Ich habe ihm einfach zugesichert, wenn er auf dem Rückweg Probleme in Deutschland hat, organisiere ich ihm Hilfe! Da werde ich euch dann in den einschlägigen Foren um Hilfe bitten. Ich denke so einem lieben Kerl wie Ivan muss einfach geholfen werden, wenn er Hilfe braucht! Wir tauschen die Rufnummern aus und hoffen, dass wir uns in Island noch einmal treffen können. Er plant erst den Süden zu besuchen und dann im Norden zurück zu fahren, wir fahren anders herum!
    Wir drei sitzen wirklich bis nach 22:00Uhr zusammen und fragen uns gegenseitig aus. "Liegt bei euch im Winter Schnee??" , fragt er und wir fragen ihn "Wie kommst Du auf Island?" "Wieviel Visums brauchtest Du?" er will wissen "Lebt ihr gerne in Deutschland? Oder würdet ihr gerne woanders leben?"
    Wir lernen viel und wieder merke ich: reisen ist tödlich für Vorurteile!!! Ivan ist und bleibt ein sehr höflicher Mensch! Wieder freue ich mich über meine Spontanität, ihn einfach angesprochen zu haben und ihn an unseren Tisch gebeten zu haben.
    So endet ein toller Sonntagabend (auch ganz ohne Tatort ;-) )

    Heute, am Montag um 05:00Uhr legt die Fähre in Torshaven, auf den Färöer Inseln, an.
    Um 04:30 Uhr (!!!) werden wir freundlicherweise vom Kapitän mit einer Durchsage geweckt!
    Wir kochen uns einen Kaffee und essen ein Brötchen in der Kabine bevor wir neugierig von Bord gehen!
    Wir durchkreuzen die ganze Stadt nach einem offenen Bäcker.... Fehlanzeige!
    Der Vorteil ist, wir lernen so, relativ schnell, die Innenstadt, den Hafenbereich und die Altstadt von Torshaven kennen.
    Um 8 Uhr stehen wir dann gleich vor zwei offenen Cafés: Einmal im Supermarkt und direkt nebenan ein gemütliches Café das wir bevorzugen!

    Zwischenzeitlich verlässt unsere Fähre den Hafen. Wir bleiben aber ruhig, denn darauf sind wir gestern hingewiesen worden. Das Schiff muss für ein "technisches Manöver" -wie es heißt- für 3 Stunden den Hafen verlassen.
    Torshaven ist mit 12500 Einwohnern die wohl kleinste Hauptstadt in Europa!(??) Besonders gefallen mir die alten roten Holzhäuser mit ihren Grasdächern.
    Wir besichtigen die alte Burg, von 1679, die den Hafen mit ihren 4 Geschützen beschützen sollte. Die Türken haben damals wohl öfter die Färöer überfallen, erfahren wir auf einer Infotafel.
    Wir treffen noch Clara, unsere 18-jährige radelnde Mitreisende, im Café am Hafen und schnell sind gegenseitige Erfahrung ausgetauscht.
    Gemeinsam gehen wir über die Halbinsel mit der Altstadt zurück zur Fähre, wo sich das Durchschnittsalter der Passagiere deutlich gesenkt hat. Neben den, ohnehin schon vorhandenen Busladungen von Rentnern, ist nun wohl eine Gruppe Schüler an Bord gekommen.
    Pünktlich geht es nun los. Nur noch 18 Stunden und wir sind in Island!

    Wir verlassen den Hafen von Torshaven und wir gehen an Deck. Was wir dann sehen haut uns fast um.... Wir fahren mitten zwischen den Inseln hindurch und immer wieder gibt es neue fantastische grüne Berge zu sehen. Deren vulkanischen Ursprung lässt sich nicht verleugnen.
    Steilküsten wechseln sich mit bis ans Meer ragenden grünen Flächen ab. Die stufigen Berge sehen einfach unbeschreiblich aus....
    Fast alle Passagiere stehen an Deck und fotografieren was die Linse hergibt!
    Ich genieße einfach den Blick auf die Berge und entdecke mehrmals kleinste Hütten, die wohl die Funktion als Schutzhütte für Wanderer übernehmen. Immer wieder tauchen kleine Ort auf, die dermaßen von steilen Hängen umgeben sind, dass diese nur vom Wasser aus versorgt werden können. Schon am Morgen haben wir in Torshaven eine kleine Fähre gesehen, aus der Schüler Richtung Schule strömten. Hierher kommen die wohl.

    Noch schnell ein paar Nachricht und Fotos verschicken und den Wetterbericht für Island abrufen. Dann entschwindet das Land der Färöer und deren Mobilfunknetz hinter uns.


    Dann beginnt wieder die Fahrt über das offene Meer. Das nächste Land, dass wir sehen werden ist Island!
    Wir freuen uns sehr, insbesondere über den Wetterbericht: 8-12 Grad und eine Regenwahrscheinlichkeit von 20% ...das ist selbst für einen Sommertag in Island eine prima Vorhersage!
    Abends essen wir nocheinmal eine wirklich leckere Pizza an Bord, vernichten unsere letzten Weinvorräte und genießen den letzten Abend an Bord......
    Jetzt darf es auch bald losgehen!!!
    Beide sind wir kribbelig, gestehen wir uns ein.

  • Der 3.Tag auf der Fähre!Datum17.09.2017 18:02
    Thema von Bernd44 im Forum Island 2017

    Erstmal ein Nachtrag zu gestern Abend:
    Da wir nahe der Norwegischen Küste vorbei gefahren sind, konnten wir an Bord das dortige Mobilfunknetz nutzen.
    Ansonsten ist auf der Fähre das Internet sehr teuer (7€/h) und wir warten immer bis wir Mobilfunknetz haben. Vermutlich heute Nachmittag passieren wir die Shetland Inseln, wo ich das Gleiche versuchen werden, um schon einmal diese Zeilen hochzuladen.

    Gestern Abend haben wir sehr lange unter Deck gegessen und die mitgebrachten Lebensmittel gegessen. Es gab Käsewürfel , Brot und Cabanossis. Und ne Flasche Wein habe ich auch noch im Gepäck gefunden. ;-)
    Wir sitze dort, bis weit nach Mitternacht, Bordzeit, diese entspricht der Zeitzone der Färöer (-1h MEZ), also ist es für uns fast 02:00Uhr! Viele der anderen Passagiere laufen mit -ich glaube- neidischen Blicken an uns vorbei! Wahrscheinlich überlegen sie, dass die Pizza für 20€ (!!!) , hier an Bord, doch ein wenig zu teuer war. Von den Preisen für alkoholischen Getränken Mal ganz abgesehen!

    Zu Heute: Nix passiert, ein Tag auf See eben. Wen es trotzdem interessiert, hier "ein paar Zeilen" zum Geschehen an Bord!:
    Morgens werde ich und auch Kai zeitig wach. Wir haben gut geschlafen und das Schiff liegt relativ ruhig im Wasser, wie ich finde. Trotzdem werde ich immer wieder in die Matratze gedrückt und im Gegenzug fühle ich mich manchmal ganz leicht! :-) Auf einer Personenwaage würde ich wahrscheinlich abwechselnd 70 und 120kg wiegen, so "stampft" das Schiff durch die See. (Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit! ;-) )
    Als wir zum Frühstücksbuffet wollen, stehen wir vor verschlossenen Türen: es ist Sonntag, da beginnt das Buffet erst um 07:30 Uhr und nicht wie sonst um 06:00 Uhr!
    Also erkunden wir das Schiff und als wir draußen am Fussballfeld (im Käfig) vorbei kommen und den Ball dort liegen sehen.... keine Frage: Wir klettern durch die Seitenwand eines Tores in den Käfig und spielen und lachen viel. Der Käfig, als Ballschutz muss wohl gut funktionieren: der Ball ist schon etwas verschlissen. Bald lässt die Kondition nach, was aber mehr am Lachen als am Laufen liegt.
    Dann, nach einem Decksrundgang, geht es zum Frühstücksbuffet. Dieses ist gut und reichhaltig!!!...aber auch gut besucht!
    So gesättigt, geht's erstmal in die Kabine... zum Mittagsschlaf. Ist ja schließlich auch irgendwie Urlaub! ;-)

    Ich gehe dann aber doch noch in den Fitnessbereich und das Schwimmbad besuchen! Dieser Bereich ist kostenlos nutzbar, also: probieren! ....Der "Pool" ist mehr ein Planschbecken von 5-6m Länge und aufgrund des Seeganges draußen, schwappt das Wasser im Becken genauso hin und her, wie das Meer draußen. Ich will mich nicht gegen die Wand drücken lassen und entspannen geht dort sicher nicht, also lasse ich das. Im Fitnessraum stehen 5 Geräte... da gehe ich lieber noch an Deck , setze mich in den kräftigen Wind und schreibe diese Zeilen. Am Horizont tauchen gerade die Shetland Inseln auf!
    Ein echter Faulenzer Tag, und ich habe richtig Zeit zu schreiben..( habt ihr ja schon gemerkt! ;-) )
    In Island hoffe ich, dass ich die Zeit finde immer so ausführlich zu schreiben.

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