11.09.2016 Bis nach Clifden!

#1 von Bernd44 , 11.09.2016 23:51

Erstmals frühstücken Alf und ich in Irland alleine. Die redseelige Gastgeberin, Rosi, erzählt uns von Ihrem Mann, dem Ex-Polizisten, von ihren drei Söhnen und ihrer Tochter. Ich könnt jetzt die ganze Geschichte aufschreiben, aber es wir euch so wenig interessieren wie uns. ;-) Ein tolles Zimmer und ein tolles Frühstück gab es hier trotzdem.
Die Anderen haben ja andere Unterkünfte im Ort und erst um 10:00Uhr treffen wir uns -wie verabredet- auf einem Parkplatz. Los geht’s noch einmal zu den Cliffs of Moher, diesmal jedoch ohne Eintritt und von der anderen Seite. Und noch wichtiger ohne einen drohenden Regenschauer, sondern bei Sonne machen wir schöne Bilder von ganz oben von den Klippen. Zwar war das schon eine kleine Wanderung von den „unerlaubten“ Parkplätzen bis zu den Cliffs, aber wir haben uns in der letzten Woche ja eher wenig bewegt und daher tut das ganz gut!
Nun geht es aber weiter. Über traumhafte Küstenstraßen fahren wir nach Norden. Das Wetter meint es, zumindest bisher, gut mit uns. Bei tollem Lichtspiel zwischen Sonne uns Schatten fahren wir entlang der Kalkfelsen. Der Wind hat allerdings zugelegt und weht wohl (nach Wettervorhersage) mit bis zu 100km/h von der Seite. Wir surfen mit dem Motorrad und in den Welle stehen unterwegs unzählige Surfer und warten auf die perfekte welle1
Irgendwie mystisch, das ganze Szenario, das da an uns vorbeifliegt. Oft halten wir an, gehen nach ganz vorne an die Klippen und machen Fotos. Wir könnten alle 200m anhalten, denke ich so! Auch den anderen geht es wohl so. Aber wir wollen ja Gabi und Holger treffen, die es vorgezogen haben, wegen der Sturmwarnung nicht entlang der üste zu fahren. Total vernünftig, denke ich manchmal, wenn mich nach oder in einer Kurve eine Böe erwischt. Macht es irgendwie aber auch spannend und hat seinen Reiz!
In Kinvara, wo die Beiden schon ein Castle besichtigt haben kommen wir, nicht zuletzt wegen der vielen Fotostopps, später an. Gemeinsam „eröffnen“ wir am Cafe im Hafen die Außengastronomie, da wir uns nicht aus unseren warmen Motorradsachen schälen wollen. Bei dem Wind muss dann sogar die leere Kaffeetasse festgehalten werden, sonst fällt sie um! Trotzdem genießen wir den Blick übers Meer und den Kaffee.
Nachmittags dann geht es erst durch Galway, was nicht so sehr toll ist: Auf der Durchgangsstraße gibt es einen langen Stau. Neben uns landet auf einem kleinen Landeplatz auf einmal ein großer Hubschrauber. Wir wären fast von dem Winddruck mit den Motorrädern umgeworfen worden!! Der Stau läßt uns auch nicht nach vorne kommen. Kurzerhand versuche ich die Gruppe durch die Stadt an der Küstenstraße entlang zu lotsen. Dies gelingt sehr gut. Als wir jedoch die letzte schützende Häuserzeile zwischen uns und dem Meer durchfahren, bläst und , hier an der Südküste, der von Süden kommende Wind fast vom Motorrad. Die Meeresgischt wirft ihr Salzwasser bis zu uns auf die Straße und der Schaum des Meeres weht über die Straße. Dann edlich wieer freie Strecke!
Wir lassen die Motorräder laufen, jedoch immer mit Bedacht auf eine mögliche Windböe von der Seite. Mehrfach fotografieren wir die Meeresbrandung, wie sie sich an den Felsen bricht!
Dann geht es weiter Richtung Norden. Wieder bietet sich uns ein Landschaftsbild, das einmalig ist! Schroffe Felsen, Heidelandschaft und kaum hohe Bäume....kein Wunder bei dem Wind hier. Bisher habe ich übrigens erst zwei richtige große Windkraftanlagen gesehen! Da geht noch was!
Ansonsten ist die Straße traumhaft. Sehr viele Erinnerungen an den Galloway Nationalpark n Schottland... (Andreas, Du erinnerst Dich) hier wurde nur Asphalt auf die vorhandene Landschaft aufgetragen ….ohne zu begradigen. Einmal in einer Dreidimensionalen Kurve -direkt hinter einer Kuppe geht gleichzeitig stark nach links und bergab- setzt sogar mein Hauptständer auf, als das Motorrad wieder Bodenkontakt hat und unbedingt eingelenkt werden muss......
An diese Kurve erinnert sich Alf, der direkt hinter mir fährt, auch noch genau, erzählt er mir später im Pub. Ansonsten sind viele „Prabelflüge“ dabei. Diese kurzzeitige Schwerelosigkeit auf den kurzen Kuppen.....einfach nur schön zu fahren.
Wir haben noch 20 Kilometer zu fahren, da setzt dann doch noch der angekündigte Regen ein. Schade, fast wären wir heute trocken geblieben. Aber mit der Aussicht auf ein tolles 4-Sterne-B&B kann man das aushalten. Holger begrüßt uns auf dem Parkplatz und bald sind wir „stadtfein“. Da weder der Regen noch der Wind nicht aufgehört hat, fahren wir mit dem Taxi in die Stadt! Die Empfehlung des Taxifahrers , für ein Restaurant, nehmen wir gerne an, merken aber schon beim blick auf die Speisekarte: Nicht unsere Preisklasse und viel zu Fein eingerichtet. Wir landen gegenüber in einem irischen Pub, wo es leckeres Essen gibt. Überhaupt haben wir in Irland noch keine Enttäuschung beim Essen erlebt.
Nach dem Essen werden wir wieder alle „bettschwer“ und wir bestellen das Taxi zurück. Als dann, in der Wartezeit, die Band zu spielen beginnt, bereuen einige, dass nun das Taxi kommt. Die Vernuft siegt aber (leider) denn wir müssen morgen ja wieder Motorrad fahren!
Nun im Hotel schreibe ich „noch schnell“ diese eilen und dann geht es schlafen.

Bernd44  
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